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Stromkonzern : Innogy leidet unter teuren Netzen und Windflaute

  • Aktualisiert am

Offshore-Windpark von Innogy vor der Küste von Wales: Strom aus erneuerbaren Energien verdrängt zunehmend konventionell produzierten Strom. Bild: dpa

Die RWE-Tochtergesellschaft Innogy hat im vergangenen Jahr weniger Gewinn gemacht. Trotzdem will sie eine Dividende ausschütten – von der am meisten RWE profitiert.

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          Der teure Unterhalt der Energienetze und allzu häufige Windflauten haben dem frisch an die Börse gegangenen Ökostrom-Konzern Innogy zu schaffen gemacht. Im vergangenen Jahr sanken Stromproduktion und Gewinn. Im laufenden Jahr soll sich das Ergebnis wieder verbessern. Innogy will seine Aktionäre bis dahin mit einer hohen Ausschüttung bei Laune halten. Größter Nutznießer der Dividende ist der Mutterkonzern RWE.

          „Für 2016 haben wir viel versprochen und wir haben unsere Versprechen gehalten“, erklärte Konzernchef Peter Terium am Montag in Essen. „Mit 1,60 Euro je Aktie wollen wir rund 80 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses an unsere Investoren ausschütten.“ Versprochen waren 70 bis 80 Prozent.

          Börsengang im Oktober

          Für 2017 dürfen sich die Anleger auf eine steigende Dividende freuen. Das bereinigte Nettoergebnis, das die Grundlage für die Berechnung bildet, soll von zuletzt 1,1 Milliarden auf über 1,2 Milliarden Euro steigen. „Wir haben uns vorgenommen, eine mittelfristig positive Dividendenentwicklung zu zeigen“, erklärte Terium.

          Bei Innogy hat RWE sein Zukunftsgeschäft mit Netzen, Vertrieb und Ökostrom gebündelt. Nicht nur RWE-Chef Peter Terium war zu Innogy gewechselt, sondern auch der Großteil der Mitarbeiter des Konzerns. Bei RWE selbst verblieben die Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke sowie der Großhandel mit Strom. Innogy war erst im Oktober an die Börse gegangen. RWE hält mit knapp 77 Prozent aber weiterhin deutlich die Mehrheit. Nach der Erstnotiz von 36 Euro notierte das Papier zuletzt bei 33,52 Euro.

          Umsatz minus vier Prozent

          Im ersten Jahr der Selbständigkeit sank zwar der Gewinn, Innogy erreichte jedoch die selbst gesetzten Ziele. „Bei unseren Ertragszielen haben wir eine Punktlandung hingelegt“, erklärte Terium. Als Grund für den Ergebnisrückgang führte er Mehraufwendungen für die Instandhaltung und Modernisierung der Energienetze an; zudem seien die Windkraftanlagen mangels Wind nicht ausgelastet gewesen. Innogy arbeitete mit einem Sparprogramm dagegen an und fuhr auch die Investitionen leicht herunter.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Die Stromerzeugung ging im vergangenen Jahr um 3 Prozent zurück, der Umsatz sank um 4 Prozent auf 43,6 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte um 7 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Entsprechend sank auch der Gewinn unterm Strich und zwar um 6 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

          Mehr als 15 Milliarden Euro Schulden

          Doch laut Terium soll es wieder aufwärts gehen: „Für 2017 können unsere Investoren ein steigendes Ergebnis erwarten.“ Beim bereinigten Ebitda strebt er einen Zuwachs auf rund 4,4 Milliarden Euro an. Das bereinigte Ebit soll auf rund 2,9 Milliarden Euro steigen. Innogy erwartet weniger Kosten für die Netze und für die Finanzierung.

          Die Schulden von Innogy waren zum Ende des vergangenen Jahres auf 15,7 Milliarden Euro gestiegen – beinahe zweieinhalb mal soviel wie das Jahr zuvor. Innogy verwies aber darauf, dass die Werte wegen der Abspaltung von RWE kaum vergleichbar seien.

          Andere Energiekonzerne mit Milliardenverlusten

          Innogy steht als reiner Ökostromproduzent insgesamt vergleichsweise gut da. So hatte RWE wegen hoher Abschreibungen auf seinen Kraftwerkspark sowie der Kosten für den Atomkompromiss im vergangenen Jahr einen Verlust von unterm Strich 5,7 Milliarden Euro eingefahren. Die RWE-Aktionäre – darunter viele Kommunen in NRW – müssen nun das zweite Jahr in Folge auf eine Dividende verzichten. Am Dienstag wird sich der RWE-Vorstand den Fragen auf der Bilanz-Pressekonferenz stellen.

          Die Kohle-, Gas- und Atomanlagen stecken wegen des Booms der erneuerbaren Energien in der Krise. Der Ökostrom wird vorrangig in die Netze eingespeist und verdrängt deshalb die Produktion aus den konventionellen Kraftwerken. Die Folge ist ein Preisverfall.

          Auch der Rivale Eon, der am Mittwoch seine Geschäftszahlen vorlegt, hatte darauf reagiert und sein Gas- und Kohlegeschäft abgespalten und an die Börse gebracht. Das Uniper genannte Unternehmen, an dem Eon noch knapp 47 Prozent hält, hatte 2016 einen Verlust von unterm Strich 3,2 Milliarden Euro gemacht.

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