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Ein Lokführer berichtet : Kaputte Bahn

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Traumberuf unter Albtraumbedingungen: unser Autor an seinem Haupteinsatzort am Rangierbahnhof Mannheim Bild: Marcus Kaufhold

Unser Autor ist seit dreißig Jahren Lokführer. Seit zwei Jahrzehnten gehe es mit seinem Konzern abwärts, findet er. Deshalb hat er einen verzweifelten Brief geschrieben. Wir dokumentieren ihn in Auszügen. Ein Gastbeitrag.

          8 Min.

          Von vornherein möchte ich unmissverständlich klarstellen, dass ich sehr gerne Lokführer bei der Deutschen Bahn bin. Es ist ein guter Beruf, vielseitig, abwechslungsreich mit großer Verantwortung. Ich bin ein stets pflichtbewusster und loyaler Beamter. Ohne zu zögern, würde ich jederzeit wieder Lokführer werden. Ich wurde bei meiner Einstellung mit dem Virus Eisenbahn infiziert, und den trage ich bis heute in mir. Nur leider wird es einem durch die widrigen Umstände heutzutage verdammt schwergemacht, seine Arbeit noch mit Freude auszuüben.

          Wie wenig diese Probleme gesehen werden, zeigt ein Blick in die Mitarbeiterzeitung „DB Welt“. Über das, was in diesem Schönwetterblatt steht, kann ich nur müde lächeln. Beim Lesen vieler Artikel komme ich mir immer wie im Traum vor, bunte Bilder, heile Welt, rosarot gefärbt.

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