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Bob Dudley von BP : Aktionäre rebellieren gegen Gehalt von Vorstandschef

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Bob Dudley Bild: AFP

Trotz eines riesigen Verlustes verdient BP-Chef Bob Dudley 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aktionäre protestieren, doch ihr Votum ist nicht bindend.

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          Aktionäre des britischen Energiekonzerns BP kritisieren die satte Gehaltserhöhung für Vorstandschef Bob Dudley trotz eines Riesenverlusts im vergangenen Jahr. Dudleys Bezüge - Gehalt, Bonus, Aktien und Pensionsansprüche - für 2015 wurden um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angehoben; er soll 13,8 Millionen Pfund (17,3 Millionen Euro) bekommen. Dabei war BP im vergangenen Jahr wegen des niedrigen Ölpreises tief in die roten Zahlen gerutscht und knapp sechs Milliarden Euro Minus gemacht.

          Auf der Hauptversammlung am Donnerstag stimmten mehr als 59 Prozent der Anteilseigner gegen Pläne. Die Abstimmung ist zwar nicht bindend, steht aber im deutlichen Kontrast zu den Zustimmungsquoten von bis zu 90 Prozent früherer Jahre. "Das ist ein bedeutendes Ergebnis", sagte ein Vertreter der Kirche von England, die Aktien an BP hält. Die Leiterin des zuständigen BP-Komitees, Ann Dowling, kündigte eine Überprüfung der Vergütungspolitik an. Die Anteilseigner hatten 2014 beschlossen - damals verpflichtend -, Dudleys Pensionsansprüche zu verdoppeln. Sie stimmen alle drei Jahre über die Vergütungsstruktur ab.

          Dieses Jahr ist das nicht vorgesehen - doch mehrere institutionelle Aktionäre wie die Vermögensverwaltung Royal London Asset Management kündigten an, sie würden trotzdem gegen das dicke Plus für Dudley stimmen. Eine Gehaltserhöhung sei einfach ein schlechtes Signal.

          Die Lobbygruppe Institute of Directors (IoD) mahnte, die Meinung der Aktionäre zu berücksichtigen. Zwar werde BP nicht schlecht gemanagt, sondern leide nur wie alle Unternehmen der Branche unter dem niedrigen Ölpreis. „Doch der Kodex der guten Unternehmensführung sei glasklar: Die Vergütung soll direkt von der Leistung abhängen“, sagte IoD-Vorsitzender Simon Walker.

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