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WSI-Studie : Tariflöhne steigen 2021 um 1,7 Prozent

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Teilnehmer eines Warnstreiks von Beschäftigten im öffentlichen Dienst Ende November Bild: dpa

Die Verbraucherpreise allerdings steigen deutlich mehr: Wegen der hohen Inflation steht unter dem Strich „ein ungewöhnlich starker Reallohnverlust“ von 1,4 Prozent. Corona-Prämien können den Kaufkraftverlust zumindest etwas abmildern.

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          Die Tariflöhne der Beschäftigten steigen einer Studie zufolge in diesem Jahr erheblich langsamer als die Inflation. Das durchschnittliche Lohnplus belaufe sich auf 1,7 Prozent, geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Bilanz des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. Die Verbraucherpreise dürften dagegen mit 3,1 Prozent deutlich schneller zulegen, woraus sich „ein ungewöhnlich starker Reallohnverlust“ von 1,4 Prozent ergebe. Allerdings werde dieser Kaufkraftverlust durch steuer- und abgabenfreie Corona-Prämien in vielen Branchen abgemildert. Diese lagen zwischen 90 Euro in der Süßwarenindustrie und 1300 Euro im öffentlichen Dienst der Ländern. Insbesondere die unteren Einkommensgruppen würden besonders stark von den Corona-Prämien profitieren.

          Insgesamt wurden im zu Ende gehenden Jahr für mehr als zwölf Millionen Beschäftigte neue Tarifverträge abgeschlossen, so das gewerkschaftsnahe Institut. Hinzu kommen Steigerungen für weitere sechs Millionen Beschäftigte, die bereits 2020 oder früher vereinbart wurden. Die älteren Abschlüsse sehen dabei mit durchschnittlich 2,0 Prozent etwas höhere Lohn-Steigerungen vor als die von 2021 mit 1,5 Prozent. Für viele Gewerkschaften stand angesichts der Corona-Krise der Stellenerhalt im Mittelpunkt, während Unternehmen wegen der unsicheren Aussichten bei den Personalkosten nicht allzu viel draufpacken wollten.

          „Die Tarifrunde 2021 wurde nach wie vor durch den ungewissen Verlauf der Corona-Pandemie und die damit verbundenen ökonomischen Unsicherheiten geprägt“, sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten. „Im Ergebnis führt dies zu eher moderaten Tariflohnzuwächsen.“ Während 2020 die Beschäftigten aufgrund einer damals sehr niedrigen Inflationsrate von 0,5 Prozent ein kräftiges Reallohnwachstum verzeichnen konnten, übersteigen hohe Inflationsraten in diesem Jahr erstmals seit langem wieder deutlich die Tariflohnzuwächse.

          Für 2022 rechnet das Institut bei den Preisen eher wieder mit einer Normalisierung, während die Tariflöhne gleichzeitig etwas kräftiger steigen könnten. „Für das von einigen an die Wand gemalte Schreckgespenst einer Lohn-Preis-Spirale findet sich in den Tarifdaten bislang keinerlei Grundlage“, sagte Tarifexperte Schulten.

          Manche Ökonomen befürchten, dass die Gewerkschaften wegen der höheren Inflation deutlich kräftigere Lohnabschlüsse durchsetzen könnten, um Kaufkraftverluste einzudämmen. Stark steigende Personalkosten wiederum könnten Unternehmen dazu veranlassen, ihre Verkaufspreise kräftig anzuheben, um die Gewinnmarge zu halten. Dadurch könnte eine Spirale aus immer weiter steigenden Preisen und Löhnen in Gang gesetzt werden.

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