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Unternehmensfusion : T-Mobile und Sprint vor dem Ziel

Bild: EPA

Nach fast zwei Jahren ist der Weg für die Fusion frei. Damit kann die Deutsche Telekom ihr Amerika-Geschäft neu ordnen.

          3 Min.

          Die Deutsche Telekom scheint endlich am Ziel. Seit Jahren versucht sie ihr Amerika-Geschäft neu zu ordnen. Nun hat am Dienstag ein New Yorker Richter eine Klage amerikanischer Bundesstaaten gegen den Zusammenschluss der Telekom-Tochtergesellschaft T-Mobile US mit ihrem Wettbewerber Sprint abgewiesen. Damit ist die letzte große Hürde für die Fusion des dritt- und des viertgrößten amerikanischen Mobilfunkbetreibers aus dem Weg geräumt. An dem kombinierten Konzern, der T-Mobile heißen soll, wird die Telekom 42 Prozent halten. Ihr gegenwärtiger Anteil an T-Mobile US liegt bei 63 Prozent.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Börse bejubelte die Entscheidung. Der Aktienkurs von T-Mobile US kletterte am Dienstag im Handelsverlauf um 9 Prozent, die Sprint-Aktie gewann sogar mehr als 70 Prozent an Wert. Die Aktie der Deutschen Telekom notierte mehr als 3 Prozent im Plus und war damit Tagessieger im Dax. Der Fusionsplan war schon im April 2018 angekündigt worden. Es war der dritte Anlauf der Telekom, ihr Amerika-Geschäft in einen größeren Verbund einzubringen. „Das ist ein Riesenschritt, auf den wir alle gewartet haben“, sagte Vorstandschef Tim Höttges. „Ganz durch sind wir aber noch nicht“. Es stünden noch mindestens eine weitere richterliche und eine behördliche Genehmigung aus. Doch nun sei ein „richtig großer Brocken“ aus dem Weg geräumt. 2011 hatte sie versucht, die Tochtergesellschaft an den größeren Konkurrenten AT&T zu verkaufen. Das Vorhaben scheiterte am Widerstand der amerikanischen Kartellbehörden. 2014 wurde schon einmal ein Zusammenschluss mit Sprint vereinbart, der ebenfalls an wettbewerbsrechtlichen Einwänden scheiterte. Damals machten die Regulierungsbehörden klar, dass sie einen Mobilfunkmarkt mit vier großen Anbietern erhalten wollten. T-Mobile und Sprint hatten erfolglos argumentiert, zusammen zu einer starken dritten Kraft hinter den beiden Marktführern Verizon und AT&T werden zu können.

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