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Der unbeliebte Liberalismus

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Lieber den Kapitalismus verbrennen als Kohle?
Lieber den Kapitalismus verbrennen als Kohle?dpa

Putin attackiert den liberalen Westen, Klimaaktivisten stellen die Systemfrage, der Staat greift stark in die Wirtschaft ein. Die Ideologie der Freiheit steht von allen Seiten unter Beschuss. Was wird jetzt daraus?

An einem Sommertag im Jahr 1938 traf sich in der Rue de Montpensier in Paris eine internationale Gruppe von gut zwei Dutzend Intellektuellen, die sich nicht weniger vorgenommen hatten als die Rettung des Liberalismus. Es stand damals nicht gut um die Werte der Freiheit, die eine Grundlage gebildet hatten für die beispiellosen Wohlstandsgewinne der industriellen Revolution im vorangegangenen Jahrhundert. Der Erste Weltkrieg und die Oktoberrevolution hatten dem liberalen Narrativ bereits schweren Schaden zugefügt, die Weltwirtschaftskrise ab 1929 tat schließlich ihr Übriges, um den Freiheitsglauben endgültig in Verruf zu bringen. Wohl noch nie hatte der Liberalismus eine so große Krise zu überstehen. Selbst in den Ländern, in denen nicht bereits die Feinde der Freiheit herrschten – Nazis, Faschisten, Kommunisten –, hatten die schmerzhaften Jahre der Großen Depression den Glauben an die wohlstandsfördernde Macht freier Märkte ins Mark getroffen. Damals war längst nicht klar, welche Gesellschaftsordnung obsiegen würde. Das scheinbare deutsche Wirtschaftswachstum nach 1933 beeindruckte auch manchen eigentlich demokratisch gesinnten Beobachter im Ausland.

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