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Versteckt im Kleinstaat : Italienische Steuerfahnder spüren Milliarden in San Marino auf

  • Aktualisiert am

Im Zentrum von San Marino Bild: dpa

Viele Italiener haben offenbar Geld in den Kleinstaat San Marino geschafft. Nun sind die Ermittler dank einer neuen Software Tausenden potenziellen Steuerhinterziehern auf der Spur.

          Italienischen Fahnder ermitteln gegen mehr als 20.000 mutmaßliche Steuerflüchtige, die Milliardenbeträge in den Kleinstaat San Marino transferiert haben sollen. Dank einer neuen Software hätten Ermittler festgestellt, dass im Zeitraum von 2006 bis 2014 insgesamt 26.953 Personen oder Firmen Beträge von mehr als 22 Milliarden Euro aus Italien ins fünftkleinste Land der Welt geschafft hätten, berichtete das Wochenmagazin „L’Espresso“ in seiner am Freitag erschienenen neuesten Ausgabe.

          Nun werde untersucht, wie viel davon aus Steuerhinterziehung oder aus Straftaten wie Konkursbetrug oder Geldwäsche der Mafia stamme. Bisher seien 20.675 Italiener als potenzielle Steuerhinterzieher identifiziert.

          Der Großteil der Anleger stamme aus der benachbarten italienischen Region Emilia-Romagna, einige aber auch aus den südlichen Regionen Kampanien, Kalabrien und Apulien, wo kriminelle Banden wie die Camorra oder die ’Ndrangheta ihr Unwesen treiben.

          San Marino ist eine unabhängige Republik auf der italienischen Halbinsel und liegt rund 20 Kilometer südwestlich von Rimini. Seit Jahren bemüht sie sich, ihren schlechten Ruf als Steueroase los zu werden. Wie andere gegenwärtige oder frühere Steuerparadiese steht sie unter dem Druck, sich internationalen Standards anzupassen.

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