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Kommentar : In griechischer Hand

Selbstbewusst übernimmt die griechische Regierung die EU-Ratspräsidentschaft. Wer mit 240 Milliarden Euro in der Kreide steht, muss keine Rücksicht mehr üben.

          Selbstbewusst übernimmt die griechische Regierung die EU-Ratspräsidentschaft. Wer mit 240 Milliarden Euro bei den Helfern in der Kreide steht, muss keine Rücksicht mehr üben. Das ist die Botschaft des Interviews, das der griechische Außenminister der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gegeben hat.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Evangelos Venizelos fordert darin nicht nur neue Hilfen in Form niedrigerer Zinsen und längerer Rückzahlungsfristen, sondern garniert diese Wünsche auch mit Attacken gegen die Gläubiger. Die mit der Kontrolle des Hilfsprogramms betraute „Troika“ aus Währungsfonds, EZB und EU-Kommission hält er nicht für demokratisch legitimiert. Sein Fett bekommt auch Deutschland ab, weil es nur sein Ideal der Wettbewerbsfähigkeit in der EU gelten lasse und sich schwer damit tue, das Recht der Südländer „auf einen anderen Lösungsansatz zu akzeptieren“.

          Venizelos muss leider nicht fürchten, seine Worte könnten die weitere Hilfsbereitschaft bremsen. Für alle Fälle weist er selbst darauf hin, wer wen in der Hand hat. Scheide Griechenland aus dem Euro aus, könne das „sehr wohl zur Bedrohung für den deutschen Steuerzahler werden“. Das ist die bittere Realität im fünften Jahr der Euro-Krise.

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