Kommentar : Angriff auf das Sparbuch
Mit Eurobonds bekäme auch Deutschland das schlechte griechische Rating. Wenn weder der Bundestag noch das Bundesverfassungsgericht den Angriff auf das Sparbuch vereiteln, muss der Steuerzahler in Nordeuropa auf den Markt hoffen.
Wirtschaftliche Fakten kümmern die Rettungseuropäer so wenig wie EU-Verträge. Deshalb sollen Euroländer, die gut wirtschaften, für die zahlen, die Schulden machen. Sie nennen es „Rettung“, wenn überschuldete Länder noch mehr Kredit bekommen. Die in Griechenland, Portugal, Spanien oder Italien munter weiter wachsenden Ausgaben und Staatsdefizite verkaufen sie als Sparkurs. Wenn darauf der Kapitalmarkt mit höheren Zinsen reagiert, weil die Gefahr steigt, Geld zu verlieren, beschimpfen die Rettungseuropäer die Anleger als Spekulanten.
Um die Zinskeule nicht mehr zu spüren und um Schuldenländer weiter mit billigen Krediten zu versorgen, sollen Eurobonds her. Dann werde mit dem Sparen angefangen, geloben Rettungseuropäer und sehnen Eurobonds herbei, als ob durch das Zusammenwerfen von Schulden die Last sinke und die Bonität steige. Jetzt stellt Standard & Poor's klar: Mit Eurobonds bekäme auch Deutschland das schlechte griechische Rating, da die Stärke der Eurokette am schwächsten Glied bemessen wird. Wenn weder der Bundestag noch das Bundesverfassungsgericht den Angriff auf das Sparbuch vereiteln, muss der Steuerzahler in Nordeuropa auf den Markt hoffen.






