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„Eure Zeit ist abgelaufen“ : Kleiner Tumult auf RWE-Hauptversammlung

  • Aktualisiert am

Eine Umweltaktivistin wird von Sicherheitspersonal von der Bühne gezerrt. Bild: dpa

Auf der Hauptversammlung des Energiekonzerns RWE haben Gegner der Kohlekraftwerke für Tumulte gesorgt. Während der Rede von Vorstandschef Peter Terium stürmten mehrere Demonstranten die Bühne.

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          Umweltschützer haben am Mittwoch die Hauptversammlung des Energiekonzerns RWE gestört. Bei der Rede von Vorstandschef Peter Terium stürmten mehrere Demonstranten auf die Bühne der Essener Grugahalle. „Eure Zeit ist abgelaufen“, skandierten sie. Ein Demonstrant klammerte sich an ein Geländer vor der Bühne. Er wurde von der Polizei abgeführt. Es dauerte mehrere Minuten, bis die Sicherheitskräfte die Lage im Griff hatten. Einige Demonstranten wurden zu Boden gerissen und weggetragen.

          „Ich bedauere das sehr“, sagte Aufsichtsratschef Manfred Schneider. Diese Leute sollten sich überlegen, ob sie ihre Ziele nicht auf andere Art und Weise besser erreichen können. RWE-Chef Terium gab sich unbeeindruckt: „Ich habe überhaupt kein Problem mit solchen Kundgebungen. Ich habe ja auch Kinder im protestfähigen Alter“, sagte er.

          RWE-Chef Peter Terium sieht die Tumulte gelassen: „Ich habe ja auch
Kinder im protestfähigen Alter“
          RWE-Chef Peter Terium sieht die Tumulte gelassen: „Ich habe ja auch Kinder im protestfähigen Alter“ : Bild: dpa

          Die RWE-Hauptversammlung fand unter starken Sicherheitsauflagen statt. Aktionäre mussten auf dem Weg zur Essener Grugahalle an einer Polizeikette vorbei. Vor der Halle wurde laut Polizei vier Demonstranten zur Feststellung der Personalien vorübergehend in Gewahrsam genommen.

          RWE hat 2015 einen Verlust von 170 Millionen Euro eingefahren. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen deshalb vor, den Stammaktionären keine Dividende zu bezahlen. Vor allem bei den kommunalen Aktionären - darunter Städte wie Dortmund, Bochum oder Essen - ist das auf Protest gestoßen. Die ohnehin von der Flüchtlingskrise gebeutelten Kommunen, hatten höhere Einnahmen aus der RWE-Beteiligung in ihren Haushalten eingeplant. Einige Städte haben erwogen, Terium auf der Hauptversammlung durch die Verweigerung der Entlastung einen Denkzettel zu verpassen. Eine Mehrheit dafür ist aber zuletzt immer unwahrscheinlicher geworden.

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