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Handelskonzern : Koch wird neuer Metro-Chef

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Olaf Koch Bild: dpa

Olaf Koch heißt der neue Mann an der Spitze des Handelsriesen Metro. Große Herausforderungen warten auf den jungen Manager. Es muss wieder Ruhe einkehren in den führungsgeschwächten Konzern.

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          Der Düsseldorfer Metro-Konzern hat ein neues Führungsduo. In einer außerordentlichen Sitzung hat der Aufsichtsrat am späten Freitagnachmittag den bisherigen Finanzvorstand Olaf Koch zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Der 41-Jährige wird zum Jahreswechsel Eckhard Cordes nachfolgen, der nach wochenlangen Querelen um seine Vertragsverlängerung vor gut einem Monat auf eine zweite Amtszeit verzichtet hatte.

          Neuer Aufsichtsratchef ist Franz Markus Haniel, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Metro-Großaktionärs, der Duisburger Haniel-Gruppe. Haniel folgt auf Jürgen Kluge, dem noch amtierenden Haniel-Vorstandsvorsitzenden. Die Neubesetzung auch der Aufsichtsratsspitze war nötig geworden, weil Kluge als Konsequenz aus dem Führungsstreit sein Mandat niedergelegt hatte und auch bei dem Duisburger Traditionskonzern für eine Vertragsverlängerung nicht mehr zur Verfügung steht.

          Franz Markus Haniel

          Die Wahl Kochs ist äußerst knapp ausgefallen, war im Abschluss an die Sitzung zu hören. Es reichte allerdings die einfache Mehrheit. Bis zuletzt war nicht sicher, ob sich das Aufsichtsgremium auf Haniel als neuem Aufsichtsratsvorsitzenden und Nachfolger Kluges einigen würde. Denn wegen seines ungeschickten Verhaltens in der vor aller Öffentlichkeit ausgetragenen Auseinandersetzung um Cordes war er nicht unumstritten. So wurden zuletzt auch Varianten kolportiert, wonach entweder Erich Greipl, Vertrauter des Aktionärs Otto Beisheim, oder Peter Küpfer als Repräsentant der Aktionärsfamilie Schmidt-Ruthenbeck oberster Kontrolleur der Metro werden könnte.

          In der Beschlussvorlage zur Nachfolgeregelung für Cordes war Koch am Freitag der einzige Kandidat, nachdem der lange als Favorit gehandelte Metro-Vorstand Joël Saveuse seinen Verzicht auf eine Kandidatur erklärt hatte. Jedoch war auch Kochs Berufung am Freitag kein glatter Durchmarsch. Hinter den Kulissen soll mit harten Bandagen gerungen worden sein. Zudem war die Stimmung im Aufsichtsrat nach den Führungsdebatten dermaßen aufgeladen, dass es auch zu einem Eklat und einer Verschiebung der Vorstandsangelegenheiten auf die reguläre Sitzung Mitte Dezember hätte kommen können. Während die Kapitalseite für Koch und damit den mehr auf Zahlen und Portfolio-Management spezialisierten Manager plädierte, hatte sich die Arbeitnehmerseite, allen voran die Gewerkschaft Verdi, für den erfahrenen Einzelhandelsprofi Saveuse stark gemacht. Es verdiene „unser aller Respekt“, dass Saveuse das Wohl des Gesamtunternehmens in den Mittelpunkt gestellt und eine konstruktive Lösung ermöglicht habe, ließ sich Haniel zitieren.

          Für die Neubesetzung des Metro-Chefsessels wurde auch extern gesucht. Am Ende hatte sich unter den in die engere Wahl Gezogenen kein geeigneter Kandidat gefunden.

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