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Wahlen in Brasilien : Lulas Rückkehr

Der 76-jährige Luiz Inácio Lula da Silva, genannt Lula, bei einem Wahlkampfauftritt in São Paulo Bild: Reuters

Brasiliens linker Ex-Präsident Lula da Silva will zurück an die Macht. Seine Chancen stehen gut. Die Wirtschaft ist nicht begeistert.

          7 Min.

          Der ältere Herr mit dem grauen Vollbart ist 76 Jahre alt, doch er läuft mit der Energie eines 40-Jährigen vor der Menschenmenge in São Paulo auf und ab. Immer wieder fährt der Zeigefinger seiner rechten Hand in die Höhe, immer wieder blickt der Mann mit funkelnden Augen ins Publikum. Die Stimme ist heiser, Schweißperlen sind auf der Stirn zu sehen, und doch gönnt er sich keine Pause. Mit hochrotem Kopf ruft er ins Publikum: „Wir werden das Land wieder aufbauen. Wir werden Brasilien wieder glücklich machen.“

          Dennis Kremer
          Redakteur im Ressort „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Kein Zweifel: Hier ist einer bereit, alles zu geben. Luiz Inácio Lula da Silva, von allen nur „Lula“ genannt, ist zurück. Er will es noch einmal wissen. Er will bei den Wahlen am 2. Oktober noch einmal brasilianischer Präsident werden. Von 2003 bis 2011 stand Lula an der Spitze des größten südamerikanischen Landes. Er schied mit einer Zustimmungsquote aus dem Amt, von der andere Politiker nur träumen können. Mehr als 80 Prozent der Brasilianer vertrauten ihm Umfragen zufolge damals. Das war die Zeit, als der frühere amerikanische Präsident Barack Obama über Lula sagte, er sei der „populärste Politiker der Welt“.

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