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Kritik von Entwicklern : Apple blockt Kindersicherungen

Apple wies darauf hin, im App Store existierten erfolgreiche Apps, die mit eigenen Angeboten konkurrieren. Bild: dpa

Gerade Kinder sollen nicht ständig am Handy hängen. Um das zu erreichen, gibt es diverse Programme. Doch nun hat der Konzern solche Angebote von Konkurrenten aus seinem „App Store“ entfernt. Die wollen das nicht hinnehmen.

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          Der Elektronikkonzern Apple gerät wegen seines Umgangs mit Entwicklern von Software-Apps für Geräte wie sein iPhone in Erklärungsnot. Nach einer Recherche der „New York Times“ hat das Unternehmen in jüngster Zeit eine ganze Reihe solcher Programme aus seinem „App Store“ entfernt, die mit seinen eigenen Diensten konkurrieren. Es geht dabei um Apps, die darauf abzielen, die Nutzung von Handys zu beschränken. Einige dieser Programme richten sich an Eltern und dienen dazu, ihnen mehr Kontrolle über den Umgang ihrer Kinder mit Handys zu geben. Dem Bericht zufolge hat Apple von den 17 am meisten heruntergeladenen Apps mindestens elf entweder aus dem App Store entfernt oder sie mit Restriktionen versehen. Entwickler der betroffenen Apps werfen Apple vor, sich unliebsamer Konkurrenz entledigen zu wollen, weil der Konzern seit kurzem verstärkt selbst solche Dienste im Programm hat. Apple sagt, es habe nur deshalb Apps entfernt, weil sie die Sicherheit der Nutzer gefährdeten.

          „Höchst übergriffige Technologie“?

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Apple und andere Unternehmen wie Google propagieren in jüngster Zeit „digitales Wohlbefinden“. Sie haben für ihre Smartphone-Software Funktionen eingeführt, die Nutzern dabei helfen können, weniger Zeit mit ihren Geräten zu verbringen. Das taten sie im Zuge einer verstärkten öffentlichen Diskussion über die Suchtgefahren von Technologieprodukten. Apple wurde von einigen Großaktionären aufgefordert, mehr gegen den übermäßigen Gebrauch von elektronischen Geräten zu tun. Vorstandschef Tim Cook hat gesagt, seinem Unternehmen sei nie daran gelegen gewesen, dass seine Kunden ihre iPhones ständig benutzen.

          Die Entwickler von Apps, die Apple entfernt hat, sind dem Bericht zufolge der Auffassung, Apples Instrumente, um Handy-Nutzung zu begrenzen, hätten weniger Optionen als ihre eigenen. Apple argumentiert, die entfernten Apps hätten eine „höchst übergriffige Technologie“ eingesetzt, die dritten Parteien Zugang auf sensible Informationen verschaffe. „Eltern sollten ihre Sorgen über die Handy-Nutzung ihrer Kinder nicht für Risiken für Privatsphäre und Sicherheit eintauschen müssen.“ Der Konzern wies darauf hin, im App Store existierten erfolgreiche Apps, die mit eigenen Angeboten konkurrieren.

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