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China : Bankverluste für Volk und Vaterland

Die Bank of Communications in Schanghai hat in der Krise fast 15 Prozent weniger Gewinn gemacht. Bild: EPA

In der Krise sollen Chinas Staatsbanken mit Krediten die Wirtschaft retten und die Arbeitslosigkeit niedrig halten. Das passiert auf Kosten ihrer Bilanzen.

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          Als Ren Deqi, Chef der chinesischen Bank of Communications, jüngst seine desaströse Geschäftsbilanz vorstellte, gab es kein Wehklagen, im Gegenteil. Der Topmanager eines der größten Geldinstitute der Welt gelobte, seine Bank für Volk, Vaterland und den Machterhalt der Kommunistischen Partei zu opfern. Um schnellstmöglich Chinas Wirtschaftskrise hinter sich zu bringen, die der monatelange Stillstand in der Coronavirus-Pandemie ausgelöst hatte, sollten chinesische Staatsbanken auf ihre in den vergangenen Jahrzehnten immer schneller gestiegenen Gewinne doch bitte zum Teil verzichten, hatte die Partei in Person von Bankenregulator Guo Shuqing in den Vormonaten unmissverständlich befohlen.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Was das für die Bankbilanzen bedeutet, lässt sich nirgendwo so deutlich ablesen wie bei der Bank of Communications. Deren Gewinn sank in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 36,5 Milliarden Yuan (4,5 Milliarden Euro). Ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 15 Prozent – das ist Rekord unter den sechs größten Banken Chinas, deren Überschuss im ersten Halbjahr in jedem einzelnen Fall um mindestens 10 Prozent gesunken ist.

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