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Nach Niederlage im Aufsichtsrat : Mehdorn mit Auto verunglückt

  • Aktualisiert am

Der Chef des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg Bild: dpa

Mit seiner Forderung nach einer Finanzspritze von 1,1 Milliarden Euro konnte sich Hartmut Mehdorn im BER-Aufsichtsrat nicht durchsetzen. Nach einer Marathonsitzung kam der Flughafenchef mit seinem Fahrzeug von der Straße ab. Er blieb jedoch unverletzt.

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          Der Aufsichtsrat des Flughafens Berlin-Brandenburg hat in seiner Sitzung am Freitag kein zusätzliches Geld für den Hauptstadtflughafen freigegeben. Flughafenchef Hartmut Mehdorn konnte sich mit seiner Forderung nach einer Finanzspritze von 1,1 Milliarden Euro vorerst nicht durchsetzen. Auf der Heimfahrt des Managers kam es nach den stundenlangen Beratungen zu einem schweren Autounfall: Mehdorn kam mit seinem Fahrzeug von der Straße ab. Der Wagen kippte zur Seite. Der 71 Jahre alte Manager blieb bei dem Unfall unverletzt.

          Zuvor hatte Mehdorn in dem Gremium dargelegt, über eine Milliarde Euro zusätzlich zu benötigen, um den Bau und den Schallschutz für die Anwohner fertigzustellen. Bislang liegt der Finanzrahmen für den drittgrößten deutschen Flughafen bei 4,3 Milliarden Euro. Das Geld sei am Jahresende aufgebraucht, sagte Mehdorn im Vorfeld der Sitzung. „Wir haben umfänglich über das Kostenthema gesprochen“, sagte Vize-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider in einer Sitzungspause. „Wir haben das Ergebnis erzielt, dass wir weiterdiskutieren.“

          Wowereit bringt Mehdorn nach dem Unfall nach Hause

          Mehdorns Autounfall nach der Sitzung ereignete sich, als der Flughafenmanager in Schönefeld auf die Autobahn A113 fahren wollte und offenbar die Kontrolle über den Wagen verlor. „Er ist unverletzt aus dem Auto geklettert“, sagte ein Polizeisprecher. Mehdorn habe selbst am Steuer gesessen. „Wir haben einen Alkoholtest gemacht“, sagte der Sprecher. Der Test verlief aber unauffällig. Die Wagenkolonne von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) war als erste an der Unfallstelle. „Wowereit hat Mehdorn dann in seinem Auto mitgenommen“, sagte der Sprecher.

          Aufgrund der erwarteten Mehrkosten für den Hauptstadtflughafen ist Mehdorn seit Tagen unter Druck. Die Grünen im Bundestag sprachen von einer neuerlichen Kostenexplosion bei dem Projekt, die zeige, „dass das Management und das Controlling des Aufsichtsrats versagen“. „Und das werden bestimmt nicht die letzten Kostensteigerungen sein“, sagte Grünen-Haushaltsexperte Sven-Christian Kindler. „Viele Risiken und Kosten sind bisher nicht eingepreist.“

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