Aufstockung bei Hapag-Lloyd :
Hamburger Herz

Johannes Ritter
Ein Kommentar von
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Hamburg investiert in Hapag-Lloyd 420 Millionen Euro. Die Aktion passt nicht zum Versprechen, den hoch verschuldeten Haushalt in Ordnung zu bringen. Vor allem aber ist sie überflüssig, vielleicht sogar schädlich.

Hamburgs Politiker haben ein großes Herz für die Unternehmen ihrer Stadt. Alle Jahre wieder springen sie mit vielen Steuermillionen in die Bresche. Diese staatskapitalistische Schutzübung hat an der Elbe parteiübergreifend Tradition. 2003 steckte Ole von Beust (CDU) mehr als eine Milliarde Euro in den Kosmetikkonzern Beiersdorf. Der damalige Erste Bürgermeister verhinderte damit den Einstieg des amerikanischen Konsumgüterriesen Procter&Gamble. Als sich der österreichische Industrielle Mirko Kovats 2008 anschickte, Einfluss auf die Hamburger Kupferhütte Aurubis zu nehmen, war Beust ebenfalls zur Stelle: Die Stadt beteiligte sich an Aurubis. Sie wurde so Teil einer Abwehrmauer, die das Unternehmen freilich gar nicht gebraucht hätte: Das Kartellamt durchkreuzte Kovats’ Planungen, worauf sich dieser zurückzog.
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