Kommentar : Jetzt auch Porsche
Natürlich gilt für den Autohersteller nach der Razzia erst einmal die Unschuldsvermutung. Nicht nur die Autoindustrie, auch die Behörden müssen mal liefern.
Der Volkswagen-Konzern kommt nicht zur Ruhe. In der vergangenen Woche wurde in einer Hauruck-Aktion Matthias Müller an der Vorstandsspitze durch Herbert Diess ersetzt. Am Mittwoch nun durchsuchte die Staatsanwaltschaft mit großem Aufgebot die Tochtergesellschaften Porsche und Audi wegen des Verdachts auf Betrug und strafbare Werbung mit manipulierten Dieselabgaswerten in einer Ära, als Müller noch für Porsche verantwortlich war.
Während Audi mit Razzien längst Bekanntschaft gemacht hat, war der Besuch der Ermittler für Porsche eine Premiere – hatten sich die Schwaben doch bislang auf die Position zurückgezogen, die betroffenen Motoren lediglich von Audi bezogen und deshalb mit dem Betrug nicht wissentlich etwas zu tun zu haben. Damit ist es nun vorbei. Zumal die Staatsanwaltschaft in diesem Fall sogar nähere Informationen zu den drei Verdächtigten gibt.
Natürlich gilt auch für sie zunächst einmal die Unschuldsvermutung, zumal die früheren Razzien bislang ohne wesentliche strafrechtliche Konsequenzen geblieben sind. Nicht nur die Autoindustrie muss aus der Aufarbeitung des Diesel-Betrugs ihre Lehren ziehen. Auch den Ermittlungsbehörden muss klar sein, dass jede medienwirksame Durchsuchung die Erwartungen an eine substantielle Aufklärung in die Höhe treibt.






