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Weitere Nachrichten : Heckler & Koch bekommt frisches Kapital

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Das umstrittene G36 vom Heckler&Koch Bild: dpa

Die asiatischen Börsen erholen sich. Japanische Unternehmen verbuchen Rekorderträge und die Unity-Media-Mutter Liberty Global kauft die britische Cable & Wireless.

          Der Waffenhersteller Heckler & Koch erhält von dem mit 51 Prozent an dem schwäbischen Unternehmen beteiligten Mehrheitseigentümer Andreas Heeschen nach eigenen Angaben 60 Millionen Euro Eigenkapital aus dessen Privatvermögen, um die Nettoverschuldung zu senken. "Wir müssen das schlechte Image korrigieren", sagte der als öffentlichkeitsscheu geltende Heeschen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Heckler & Koch werde von Ratingagenturen derzeit mit "CCC" bewertet, was auf ein hohes Ausfallrisiko seiner Schulden hindeutet.

          Behörden, mit die wichtigsten Kunden von Heckler & Koch, ließen sich davon verunsichern, sagt Heeschen. Ziel sei es, dem Unternehmen wieder zu einem "B"-Rating zu verhelfen. Dazu wolle er die Schulden von bisher 300 Millionen Euro drücken. "Wir müssen rund 100 Millionen abbauen." So ließen sich die Zinskosten um ein Drittel senken. Die mit fast zehn Prozent verzinste Anleihe läuft 2018 aus, Heeschen will sie aber ein Jahr früher refinanzieren.

          Die Ratingagenturen hatten angesichts eines Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr Zweifel geäußert, ob der Mittelständler seine 295 Millionen Euro schwere Hochzinsanleihe noch bedienen könne. Das Waffen-Exportverbot in den Mittleren Osten habe den operativen Gewinn (Ebitda) 2014 auf rund 25 (2013: 60) Millionen Euro gedrückt, sagte Heeschen. Der auf rund 150 Millionen Euro geschrumpfte Umsatz soll in diesem Jahr auf 180 Millionen Euro steigen.

          Heckler & Koch hatte sich im Juli fast unbemerkt an der Pariser Börse Euronext listen lassen, allerdings ohne frisches Geld einzusammeln. Der Schritt sei mit Blick auf die Ausschreibung für ein Sturmgewehr für die französische Armee auch als Marketing-Instrument zu sehen, sagte Heeschen. Die Bundeswehr sucht einen Nachfolger für das Heckler & Koch-Gewehr G36, das im Frühjahr in die Kritik geraten war. Der Manager sieht das G36 rehabilitiert. (Reuters)

          Fernost-Börsen schütteln Verunsicherung nach Anschlägen ab

          Anleger in Fernost haben am Dienstag die Verunsicherung durch die Anschläge von Paris in den Hintergrund gedrängt. Ermutigt von den positiven Vorgaben aus den Vereinigten Staaten griffen Investoren auch an den asiatischen Handelsplätzen zu, nachdem sie sich am Vortag noch zurückgehalten hatten. "Angesichts der Tragödie in Frankreich ist es erfrischend zu sehen, dass es den Terroristen nicht gelungen ist, die Finanzmärkte zu terrorisieren", schrieb Kathy Lien von FX Strategy for BK Asset Management.

          Der Tokioter Leitindex Nikkei legte bis Mittag 1,5 Prozent zu auf 19.693 Punkte. Die chinesische Börse in Shanghai gewann ebenfalls 1,5 Prozent. Der Markt in Hongkong stieg um 1,8 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans tendierte 1,5 Prozent fester.

          Weiter unter Druck stand der Euro. Er notierte bei 1,0664 Dollar nach 1,0685 Dollar im späten New Yorker Montagshandel. Der Schweizer Franken lag zum Euro bei 1,0777 und zum Dollar bei 1,0103. (Reuters)

          Japanische Unternehmen verbuchen Rekorderträge

          Japanische Unternehmen häufen unter anderem dank des schwachen Yen so hohe Gewinne an wie noch nie. Die Gewinnmarge börsennotierter Unternehmen dürfte auf Vorsteuerbasis in diesem Jahr auf eine Rekordhöhe steigen, berichtete die führende japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Dienstag. Auf Grundlage der zum Halbjahr abgegebenen Jahresprognosen von 1530 Unternehmen dürfte demnach die durchschnittliche Vorsteuermarge zum Bilanzstichtag 31. März 2016 bei 6,6 Prozent liegen, hieß es.

          Damit läge die Marge über dem vor der Finanzkrise 2008 erzielten Höchststand von 6,5 Prozent. Die Vorsteuergewinne dürften sich nach Berechnungen des Blattes im Gesamtjahr auf zusammen 34,1 Billionen Yen (259 Milliarden Euro) summieren, 6,9 Prozent über dem im Vorjahr erzielten Rekordwert. Die "Japan AG" profitiere dabei nicht nur vom schwachen Yen und den billigen Ölpreisen. Auch ihre Wachstumsstrategie in Form von Übernahmen zahle sich aus, hieß es. (dpa-AFX)

          Unity-Media-Mutter Liberty Global kauft britische Cable & Wireless

          Die Mutter des deutschen Kabelnetzbetreibers Unitymedia wächst mit einer Milliardenübernahme in Lateinamerika und der Karibik. Wie der amerikanische Konzern Liberty Global am Montag mitteilte, übernimmt er für umgerechnet 5,1 Milliarden Euro (3,6 Milliarden Pfund) die britische Cable & Wireless Communications. Das vorläufige Angebot, das vom C&W-Verwaltungsrat empfohlen werde, betrage 86,82 Pence je Aktie entspreche einem Aufschlag von 18 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs am Montag, erklärten beide Unternehmen.

          Liberty hatte in diesem Jahr mit Vodafone über einen Tausch von Geschäftsteilen verhandelt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ging es dabei auch um die Tochter Unitymedia, die Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg betreibt. Die Gespräche platzten demnach aber, weil sich die Unternehmen nicht auf einen Preis für die Gesellschaften einigen konnten. (Reuters)

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