https://www.faz.net/-gqe-81htv

Soziale Medien : Facebook wertet Messenger auf

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat was vor mit dem Messenger Bild: AP

Facebook will seinem Kurzmitteilungsdienst inmitten verstärkter Konkurrenz einen Schub geben. Messenger soll zu einer Plattform ausgebaut werden, ebenso wie das auf der Stammseite schon vor Jahren geschehen ist. Von nun an werden Apps von außenstehenden Entwicklern integriert.

          2 Min.

          Das soziale Netzwerk Facebook hat in den vergangenen Jahren immer mehr Konkurrenz bekommen. Es gibt zum Beispiel mittlerweile viele populäre Anlaufstellen, wenn es um den Austausch von Kurzmitteilungen oder Fotos auf Smartphones geht, von Snapchat über Instagram und Whatsapp bis zu asiatischen Diensten wie Line und Wechat. Um nicht an Boden zu verlieren, hat Facebook einige dieser aufstrebenden Wettbewerber wie Instagram und Whatsapp für Milliardenbeträge gekauft.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Daneben hat Facebook auch versucht, seinem eigenen Kurzmitteilungsdienst Messenger ein größeres Gewicht zu geben. Unter anderem hat Facebook seine Mitglieder im vergangenen Jahr gezwungen, Messenger als separate Anwendung („App“) auf ihren Smartphones zu installieren, wenn sie weiter mit ihren Freunden über den Dienst kommunizieren wollen. Und erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Facebook dem Dienst eine Bezahlfunktion geben will. Messenger-Nutzer können dann innerhalb der App Geld an Freunde verschicken.

          Am Mittwoch kündigte Facebook auf seiner an Softwareentwickler gerichteten Konferenz „F8“ in San Francisco einen weiteren Schritt an, um Messenger aufzuwerten. Messenger soll zu einer ganzen Plattform ausgeweitet werden, die Apps von außenstehenden Softwareentwicklern integriert. Damit will Facebook bei seinem Chat-Dienst einen ähnlichen Weg einschlagen wie dies schon vor Jahren auf der Stammseite geschehen ist, als sie für Videospiele und andere Dienste von Dritten geöffnet wurde. Messenger folgt damit auch dem Vorbild von asiatischen Wettbewerbern wie Wechat und Line, die ebenfalls eine breitere Palette von Funktionen jenseits des Versendens von Nachrichten haben. Eine ähnliche Neuausrichtung von Whatsapp ist vorerst offenbar nicht zu erwarten.

          Zum Start sollen rund 40 verschiedene Apps mit Messenger verbunden werden. Einige dieser Apps sind dazu gedacht, die Chats zwischen den Nutzern mit Videos oder Musik anzureichern. Messenger soll aber auch mit Apps von Unternehmen wie Online-Händlern verknüpft werden. Das soll es Nutzern zum Beispiel erleichtern, mit Kundenbetreuern zu kommunizieren oder zu verfolgen, wann Bestellungen ausgeliefert werden.

          Wie Facebook-Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg in San Francisco sagte, hat die Messenger-App mittlerweile 600 Millionen Nutzer. Whatsapp liegt schon bei 700 Millionen, während der Stammdienst Facebook 1,4 Milliarden Nutzer hat.

          Facebook hatte am Mittwoch noch einige andere Neuigkeiten zu bieten, zum Beispiel Instrumente, die Werbekunden mehr Aufschluss über die Wirksamkeit ihrer Kampagnen geben sollen. Die Börse zeigte sich von den Ankündigungen wenig beeindruckt. Der Aktienkurs von Facebook verlor am Mittwoch fast 3 Prozent an Wert, allerdings in einem sehr schwachen Umfeld. Die Aktie notiert zudem noch immer in der Nähe ihres Allzeithochs.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Segregierte Schulen : Das weiße Amerika bleibt unter sich

          Heute gibt es in Amerika mehr Schulen mit fast nur weißen oder fast keinen weißen Schülern als vor 30 Jahren. Das liegt auch an den Entscheidungen weißer Eltern – auch solchen, die seit Wochen „Black Lives Matter“ rufen.

          Deutsche Bank : Landen meine Kontodaten jetzt in der Google-Cloud?

          Im Kampf gegen ihre marode IT holt sich die Deutsche Bank Hilfe von Google. Für beide Unternehmen scheint es ein wichtiger Auftrag zu sein. Doch wie sicher sind die Kundendaten bei dieser Kooperation?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.