Impfen in Deutschland : Ärmel hoch!

Spritzen für alle: Die Zeit ist nicht mehr fern, wo nicht die Dosen fehlen, sondern die Impfwilligen. Warum haben die Betriebe die Impfbereitschaft und Verfügbarkeit der Belegschaft nicht längst abgefragt, statt sich jetzt überrascht zu geben?
Es gab und gibt einiges zu bemängeln an der deutschen Impfkampagne. Aber so wenig, wie alles Gold ist, das glänzt, ist auch nicht alles Rost, das rot schimmert. Hierzulande ist es zum Sport geworden, jede neue Wendung zu bekritteln. Das gilt jetzt auch für die Einbeziehung der Betriebsärzte.
Die Wirtschaft behauptet, sie stehe schon lange in den Startlöchern, sei aber aufgrund politischer Versäumnisse nicht zum Zuge gekommen. Dabei war es aus Berliner Sicht durchaus sinnvoll, erst einmal das Ende der Priorisierung abzuwarten, unter welche die meisten Beschäftigten nun einmal nicht fallen.
Hinzu kommt: Wenn die Unternehmen so gut vorbereitet waren, warum haben sie die Impfbereitschaft und Verfügbarkeit der Belegschaft nicht längst abgefragt, statt sich jetzt überrascht zu geben, dass sie kurzfristig bestellen müssen?
Natürlich wird es anfänglich knirschen auch in diesem Zahnrad des Impfgetriebes. Aber von Juni an werden die Lieferungen an die Haus- und Betriebsärzte so stark steigen, dass schon bald jeder, der möchte, eine Spritze erhält. Jetzt gilt es in den Betrieben, die Ärmel hochzukrempeln und dort auch die zu erreichen, denen das Impfen außerhalb der Werkstore zu umständlich ist. Die Zeit ist nicht mehr fern, wo nicht die Dosen fehlen, sondern die Impfwilligen.






