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Corona-Impfung : Jede Sekunde werden acht Personen geimpft

Sie stehen bereit: Clara Limperg und Achim Hensler warten im Impfzentrum des Maschinenbauers Liebherr auf Mitarbeiter, die sich impfen lassen wollen. Bild: dpa

Die Corona-Immunisierung der Deutschen nimmt Fahrt auf. Im Juni endet die Priorisierung, und auch die Betriebsärzte verabreichen dann Spritzen. Die Zuversicht wächst, doch Unsicherheit bleibt.

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          Die Impfungen gegen Covid-19 gehen in Deutschland schnell voran und werden mit der Einbeziehung der Betriebs- und Privatärzte zum 7. Juni weiteren Schwung erhalten. An jenem Tag entfällt auch die Impfreihenfolge nach Risikogruppen, die sogenannte Priorisierung.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin
          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auf den Programmen in den Unternehmen ruhen große Hoffnungen, weil dort auch Mitarbeiter erreicht werden könnten, denen die Terminvereinbarung und der Weg zum normalen Impfarzt zu umständlich sind. Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes BDA, Steffen Kampeter, formuliert diese Erwartung so: „Mit dem Einsatz der Impfung in den Betrieben kommen jetzt nicht mehr die Menschen zum Impfstoff, sondern der Impfstoff kommt zu den Menschen.“

          Allerdings nicht sofort – und ohnehin nicht sofort zu allen. Das liegt an der Knappheit der Präparate, aber nicht nur. Auch mit der Logistik und der Organisation in den Impfstellen gibt es Probleme. Schwächen in den Abläufen führen dazu, dass sich riesige Bestände nicht verabreichter Dosen aufbauen. Der Impfstoff wird von den Herstellern zwar geliefert, schafft es aber nur mit großer Verzögerung oder gar nicht in den Oberarm der Patienten. Bis Ende vergangener Woche, dem 16. Mai, wurden insgesamt 46,5 Millionen Impfstoffdosen nach Deutschland geliefert. Nach Berechnungen des Münchner Statistikdienstleisters Analytic Services waren am selben Tag rund 6,4 Millionen davon noch nicht verimpft – das entspricht einem Anteil von rund 14 Prozent.

          Fast 1,4 Millionen verabreichten Dosen an einem Tag

          Die Skepsis der Bevölkerung gegenüber AstraZeneca spielt dabei gewiss eine Rolle: Von jenem Impfstoff lagerten noch 20 Prozent im Kühlschrank. Aber noch mehr waren es beim eigentlich beliebten mRNA-Impfstoff von Moderna (34 Prozent). Und auch von BioNTech konnten 8 Prozent nicht verimpft werden. Im Laufe der vergangenen Woche ist der Bestand zwar auf rund drei Millionen Einheiten abgeschmolzen, aber mit den frischen Lieferungen wird er wieder stark ansteigen.

          Trotz dieser Hürden auf dem Weg zur Herdenimmunität geht es voran. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts werden rechnerisch jede Sekunde acht Personen geimpft. Am 12. Mai wurde ein bisheriger Tageshöchststand erreicht mit fast 1,4 Millionen verabreichten Einheiten. Am Donnerstag waren es rund 910.000.

          Damit sind inzwischen fast elf Millionen Einwohner Deutschlands oder 13 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. 39 Prozent oder 33 Millionen Personen haben zumindest eine Injektion erhalten. Auch im internationalen Vergleich hat Deutschland aufgeholt. Mit der Zahl der verabreichten Impfdosen je 100 Einwohner liegt die Bundesrepublik mit 49,5 über dem EU-Schnitt von 46,5. Gemäß dem Datenportal Our World in Data schaffen die Niederlande nur einen Wert von 44, in der Schweiz liegt er bei 42.

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