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Elektrische Billigmobile : Die chinesische Power

  • -Aktualisiert am

49 PS, die an der Hinterachse zerren. Bild: Jürgen Zöllter

Ob Autohersteller aus China mit elektrischen Billigmobilen demnächst Europa erobern, wissen wir nicht. Zu Hause aber fangen sie schon mal an. Und wie.

          5 Min.

          Alle wissen, dass es kommen wird. Doch niemand kann sagen, aus welcher Richtung und mit welchem Ergebnis für die weltweite Schadstoffbilanz. Das Zeitalter der Elektromobilität wirft Schatten voraus, die in West und Ost auf unterschiedliche Wege fallen. Ist das Ziel, die Schadstoffemissionen lokal oder global herunterzufahren? Darin ist der Westen mit dem Osten nicht einig. Aktuell noch gilt die Elektromobilität in der westlichen Welt als Feigenblatt für Besserverdiener. Wer ein batterieelektrisches Fahrzeug sucht, muss viel Geld ausgeben und möchte von der verheerenden Energiebilanz seines Akku-Autos über dessen gesamten Lebenszyklus nichts wissen. Elektromobilität ist in Europa ein Luxusthema, das deutsche Hersteller mit Premiumfahrzeugen stützen.

          Ganz anders ist das in China, wo der Leidensdruck in luftverschmutzten Metropolen hoch und die politische Führung alternativlos ist. Dort wird die Zukunft kurzerhand verordnet. Wo 2017 rund 22 Millionen Personenwagen neu zugelassen wurden, rechnet man 2018 mit 29 Millionen. Darunter sind in diesem Jahr bereits 10 Prozent Plug-in-Hybride und batterieelektrische Autos. Bis 2025 soll deren Anteil, dem Wunsch der Staatsregierung folgend, auf 25 Prozent steigen, was weit mehr als 10 Millionen NEV (New Energy Vehicle) entspräche. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 möchte Volkswagen eine Million NEV bauen. Für alle Märkte auf der Welt. Auf China entfiele ein Bruchteil davon, und es wird klar: Die Nachfrage in China treiben andere Marken.

          Es sind einheimische, welche die elektromotorische Massenmobilisierung im Visier haben. Mit Fahrzeugen, die nicht Premiumansprüche bedienen, sondern einen eigenständigen China-Kosmos. Es geht um den kollektiven Marsch in die Elektromobilität. Diese soll für möglichst viele Menschen erschwinglich sein. Dafür legen sich staatliche Stellen kräftig ins Zeug.

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          Schon heute sind neue konventionell angetriebene Autos in den chinesischen Großstädten nur noch beschränkt zulassungsfähig und eingeschränkt nutzbar. Wer beispielsweise in Peking und Schanghai nach jahrelangem Warten zu den glücklichen Gewinnern einer kostenpflichtigen Verlosung zählt, bekommt für noch einmal 10 000 Euro Gebühr ein Nummernschild. Mit ihm darf man jedoch oft nur zu bestimmten Tageszeiten und an geraden oder ungeraden Kalendertagen fahren. Ein grünes Nummernschild für NEV gibt es hingegen sofort. Mit ihm darf man immer und überall fahren.

          Wir nähern uns dem chinesischen Weg über Autos zweier Kategorien von Elektroautos. Exemplarisch nehmen wir drei kompakte Crossover unter die Lupe, die Kundenpräferenzen nach Personenwagen mit SUV-Charakter bedienen. Und wir fahren drei Zweisitzer, die den radikalen Schnitt mit tradierten automobilen Wertvorstellungen vollziehen. Wir wollen wissen, wie alltagstauglich sie sind.

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