Corona-App des RKI : Die Datenspende
Verwirrung um eine neue Corona-App des Robert-Koch-Instituts. Es geht um hochsensible private Daten.
Ein Coup, am Dienstag: Die Corona-App des Robert-Koch-Instituts war plötzlich erhältlich. Sollte die nicht erst nach Ostern kommen? Egal, die wird mal gleich geladen und ausprobiert. Der Andrang war groß, die Server gingen in die Knie.
Und dann stellt sich heraus, dass es gar nicht die Kontakt-Tracking-App ist, über die seit Tagen geredet wird, sondern ein ganz anderes Projekt, das die Fitnessdaten von Sportuhren zwecks pseudonymer Auswertung ans Robert-Koch-Institut schickt. So will man in Echtzeit beobachten, wo in Deutschland verdächtige Krankheitszeichen auftreten. Das mag gut gemeint und sinnvoll sein.
Aber in meinem Smartphone sind Hunderttausende von Fitness-Daten der vergangenen Jahre gespeichert. Über die GPS-Daten meiner Läufe und Radtouren ist mein Wohnsitz sofort zu erkennen. Die Daten sind höchst intim und geben Einblick in den täglichen Tagesablauf. Entwickelt wurde die App nicht vom Robert-Koch-Institut, sondern von einem kleinen Berliner Startup. Der Code der Software ist nicht offengelegt. Man kann also nicht prüfen, was die App macht. Über die Sicherheit der Server des Robert-Koch-Instituts weiß man nichts.
Google hat unlängst 2,1 Milliarden Dollar für den Kauf von Smartwatch-Hersteller Fitbit und seine Gesundheitsdaten bezahlt. Die Corona-App heißt sinnigerweise Datenspende. Mit allen Fitnessdaten aller Gerätehersteller haben wir Deutschen dem Robert-Koch-Institut also einige virtuelle Milliarden Euro gespendet. In der Tat ein Coup.






