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App für Freiwillige : So kann das Smartphone im Kampf gegen Corona helfen

Bluetooth-Technik kann im Kampf gegen das Coronavirus helfen. Bild: Reuters

Die Bundesregierung setzt bei der Eindämmung des Coronavirus auf das Smartphone. Eine App soll die Daten der Betreffenden über Bluetooth ermitteln. Sie berücksichtigt den Datenschutz, und ihre Verwendung ist freiwillig.

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          Zur Bekämpfung des Coronavirus soll das Handy helfen. Die Bundesregierung wünscht, dass mit einer App die Kontaktpersonen von Menschen ermittelt werden, die sich mit dem Virus infiziert haben. Die elektronische Nachverfolgung von Infektionsketten soll eine Bedingung für die Lockerung der gegenwärtigen Ausgangsbeschränkungen sein. Die Nutzung einer solchen App soll freiwillig sein, die Daten der Betreffenden sollen nicht über die Ortungsfunktion der Handys ermittelt werden, sondern über Bluetooth.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wie sind solche Ankündigungen technisch umzusetzen? Es geht darum, dass gerade nicht eine Behörde oder amtliche Stelle sämtliche Bewegungsmuster aller Deutschen erfasst und speichert, dass mit Handy-Tracking ein Überwachungsprogramm gestartet würde, sondern um ein cleveres Netz, das nach den Prinzipien der Datensparsamkeit programmiert ist.

          Das Heinrich-Hertz-Institut und das Robert-Koch-Institut entwickeln derzeit eine App wie sie bereits in Singapur eingesetzt wird. Sie arbeitet mit Bluetooth. Die App scannt mit dem Kurzstreckenfunk, welche anderen Smartphones in der Nähe sind und speichert die Daten im Gerät selbst. Stellt sich später heraus, dass ein Handybesitzer infiziert ist, können alle Mobilgeräte, denen er zuvor begegnet ist, gewarnt werden.

          Nur zwei Drittel aller Deutschen haben ein Smartphone, sie müssen die App freiwillig installieren und sich nach dem Erhalt einer Push-Meldung, die allein besagt, dass ein unbekannter Kontakt der Vergangenheit mit dem Coronavirus infiziert wurde, ebenso freiwillig in Quarantäne begeben. Nicht jeder, der einem Infizierten kritisch nahe kommt, steckt sich selbst an. Es werden also viele falsch-positive Alarme gegeben. Das sind gewagte Annahmen. Und was geschieht mit denjenigen, die sich weigern, die App zu installieren oder kein Smartphone haben? Müssen die auf jeden Fall zuhause bleiben? Noch sind nicht alle Fragen beantwortet. Aber die Idee ist bedenkenswert.

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