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Denk ich an Sport (21) : „Das ist eine Gefahr für den Sport“

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Der WM-Triumph von Brasilien im Sommer 2014: Paul Ripke beim Selfie mit Jerome Boateng (links) Bild: Paul Ripke

Paul Ripke ist Fotograf. Hier schreibt er über Musik und Sport, zwei Leidenschaften, von denen er eine verloren hat, über Fußball ohne Schnickschnack und die Kraft guter Bilder.

          7 Min.

          Paul Ripke, 38 Jahre alt, ist ein deutscher Fotograf, der seit dem Sommer 2016 in Newport Beach in Kalifornien lebt. Bekannt wurde er vor allem durch den Bildband „One Night in Rio“ über den WM-Titel der Nationalmannschaft 2014 in Brasilien. 2016 begleitete er Nico Rosberg während der Formel-1-Weltmeisterschaft als Fotograf, 2017 war er zumeist an der Seite von Lewis Hamilton. In den Jahren 2012 und 2013 reiste Ripke mit der Band Die Toten Hosen quer durch Europa und drehte mehrere Konzertreportagen. Ripke ist außerdem als Regisseur für Musikvideos tätig, etwa von „Das ist der Moment“ von Die Toten Hosen. Sein Beitrag zur Serie „Denk ich an Sport“ wurde aufgezeichnet von F.A.Z.-Sportredakteur Michael Wittershagen.

          Denk ich an Sport, dann denk ich an Leidenschaft. Sie ist einer der Gründe, warum ich Campino so sehr bewundere. Mit den Toten Hosen hat er Millionen Platten verkauft, wo er auch auftritt, rasten die Leute aus. Aber alle vier Wochenenden fliegt er nach Manchester, fährt mit dem Zug weiter nach Liverpool und setzt sich auf der Haupttribüne im Anfield Stadium auf seinen Platz. Die alten Männer neben ihm haben teilweise seit mehr als zwanzig Jahren ihre Dauerkarten, sie schauen böse, wenn du auch nur eine Minute zu spät kommst oder vor dem Abpfiff das Stadion wieder verlässt. Ich weiß das, weil ich schon öfter mit den Tickets von Campino in Liverpool sein durfte. Wenn ich mir dann vorstelle, wie er auf genau diesem Platz sitzt, unten an der Seitenlinie gestikuliert Jürgen Klopp, treibt seine Mannschaft nach vorne, und oben brüllt und jubelt Campino, dann treibt es mir die Tränen in die Augen. Wir haben oft über das gesprochen, was solche Erlebnisse mit Menschen machen. Campino liebt das wirklich. Ja, so wie er Live-Auftritte liebt, liebt er den Fußball. Den Fußball als Fußball. Ohne den ganzen Schnickschnack.

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