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Singulus-Aktie haussiert : Chinesen erfreuen fränkischen Solar-Zulieferer

Exportschlager: Maschine von Singulus zum Bau von Dünnschicht-Solarmodulen Bild: Singulus

Der Maschinenbauer Singulus aus Kahl konzentriert sich nach einer harten Restrukturierung weitgehend auf seine Rolle als Solar-Zulieferer. Nun meldet der Mittelständler zwei Großaufträge. Seine Aktie haussiert.

          2 Min.

          Anders als in der Werbebranche und im Handel gehören gefühlsgeladene Aussagen im Maschinenbau zu den Ausnahmen. „Wir sind hier happy“, verlautet gleichwohl aus der Belegschaft der in Kahl am Main ansässigen Singulus AG. Die Freude hat gleich vier Gründe. Der Solar-Zulieferer hat innerhalb weniger Tage zwei große Aufträge und eine etwas kleinere Bestellung in China an Land gezogen. In der Folge kletterte der Kurs der Aktie kräftig. Seit Wochenbeginn ist er um 25 Prozent nach oben geklettert. Das ist selbst bei einem so schwankungsanfälligen Titel (siehe Chart) unüblich. Zum Vergleich: Der Deutsche Aktienindex ist in der Vergangenheit im Mittel um acht Prozent im Jahr gestiegen.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie Singulus in Meldungen an die Börse wissen lässt, hat der Pekinger Großkunde China National Building Materials zwei Mal zehn Produktionsanlagen bestellt, mit denen sich sogenannte Dünnschicht-Solarmodule fertigen lassen. Für fünf weitere Anlagen haben beide Seiten eine Absichtserklärung unterzeichnet, wie es weiter heißt. Die beiden großen Aufträge haben nach den Worten eines Firmensprechers jeweils einen Wert von 80 Millionen Euro bis 90 Millionen Euro, die kleinere Bestellung belaufe sich auf etwa 30 Millionen Euro. Wie bedeutend diese Aufträge sind, zeigt sich schon im Vergleich mit dem bisher letzten Jahresumsatz von Singulus, der sich auf etwas mehr als 91 Millionen Euro belief.

          Gute Stromausbeute, aber...

          Die Maschinen seien für den Kunden maßgeschneidert, wie der Sprecher weiter sagte. Singulus werde sie bauen, wenn die fällige Anzahlung aus China vorliege. Die Bestellungen abzuarbeiten, werde sich bis ins Jahr 2020 hinziehen. Vorstandschef Stefan Rinck sieht die Aufträge als Bestätigung der führenden Rolle der Unterfranken in der Dünnschicht-Technik an.

          Bild: F.A.Z.

          Bei der von Singulus verwendeten Technik werden große Glasscheiben als Basismaterial eingesetzt und mit dünnen Legierungen aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen oder Schwefel beschichtet. Dünnschicht-Solarmodule zeigten sowohl bei schwachen Lichtverhältnissen als auch bei sehr hohen Temperaturen eine gute Stromausbeute, das heißt, die Dünnschicht-Solarmodule lieferten schon in den Morgenstunden früher und in den Abendstunden länger Strom als übliche kristalline Solarzellen als Silizium.

          Analyst sieht viel Luft nach oben

          Allerdings sind die noch teurer, wie Malte Schaumann anmerkt, der als Analyst von Warburg Research in Hamburg die Singulus-Aktie bewertet. Die Großaufträge sieht er gleichwohl als sehr positiv für den Maschinenbauer an, wie er dieser Zeitung sagte. Im nächsten Jahr werde der Umsatz steigen und Singulus auch im Jahr darauf gut ausgelastet sein. China unterstütze die Dünnschicht-Technik.

          Singulus sei einer der wenigen erfolgreichen Vertreter der arg geschrumpften deutschen Solarbranche. Der Vorteil der Unterfranken sei, zu den Ausstattern von Herstellern von Solarmodulen zu gehören. Geht es nach Schaumann, hat die Aktie noch viel Luft nach oben. Er hat das Kursziel bei 18,70 Euro. Um es zu erreichen, müsste der Kurs um mehr als 50 Prozent steigen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 ist die Aktie nicht günstig. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass der Vorstand weiter an der Ertragswende arbeitet.

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