Kosten sind zu hoch :
Modernisierungspläne für Kleinmarkthalle gestoppt

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Frankfurter Kulturgut: die Kleinmarkthalle
Frankfurter Kulturgut: die KleinmarkthalleSophie Boyer

Bis 2028 sollte die Frankfurter Kleinmarkthalle bei laufendem Betrieb saniert werden. Nun hat Wirtschaftsdezernent Nils Kößler das Projekt aus Kostengründen gestoppt.

Für die Modernisierung der Frankfurter Kleinmarkthalle soll ein neues Konzept samt verändertem Zeit- und Kostenplan aufgestellt werden. Wie Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Nils Kößler (CDU) im städtischen Wirtschaftsausschuss am Dienstag mitteilte, ist der bisherige Modernisierungsplan hinfällig, wonach die unter Denkmalschutz stehende Halle für rund 31 Millionen Euro einer umfassenden Sanierung unterzogen werden sollte.

Kößler sagte, wegen der Verzögerungen rund um die Sanierung gehe die städtische Betreibergesellschaft davon aus, dass die geplanten Arbeiten deutlich teurer werden als bislang veranschlagt. Kößler sprach am Dienstag von rund 45 Millionen Euro. Auch die zuletzt angestrebte Fertigstellung der Modernisierung bis 2028 sei nicht mehr erreichbar. Im vergangenen Jahr hatte Kößlers Vorgängerin, die damalige Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP), einen Beginn der Arbeiten für Anfang 2026 angekündigt.

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Wegen der Kostensteigerungen ist es laut Kößler unumgänglich, ein neues Finanzierungskonzept aufzustellen. „Wenn wir das tun, dann können wir auch die gesamte Planung noch mal grundsätzlich überprüfen“, sagte er. Der Bürgermeister will zeitnah Gespräche mit den Standbetreibern der Halle, aber auch mit Kunden führen. „Wir wollen bis Jahresende zusammentragen, welche Vorstellungen wir von der Kleinmarkthalle 2030 haben.“ Das neue Konzept soll im Frühjahr 2027 fertiggestellt sein. Bis dahin will Kößler auch die Finanzierung klären.

Kleinmarkthalle: Ohne Sanierung droht Schließung

Bislang war geplant gewesen, die ursprünglich 31 Millionen Euro zur Finanzierung der Modernisierung teilweise durch ein Grundstücksgeschäft zu beschaffen. Konkret sollten 16 Millionen Euro, die die städtische Marktgesellschaft 2024 aus dem Verkauf von Anteilen am Frischezentrum in Kalbach erhalten hatte, in die Kleinmarkthalle fließen. Doch auch dieses Konstrukt sei durch die Verzögerungen bei der Sanierung aus steuerlichen Gründen nicht mehr tragfähig, sagte Kößler am Dienstag.

Die nun zu erarbeitenden neuen Pläne für die Kleinmarkthalle sollen weiterhin auf eine Sanierung und keineswegs auf einen Neubau hinauslaufen, ergänzte Kößler mit Verweis darauf, dass das Gebäude seit dem Jahr 2000 unter Denkmalschutz steht. Allerdings sei das Freizeit- und Einkaufsverhalten der Menschen nach der Corona-Krise ein anderes, zudem habe sich die Struktur der Marktbeschicker geändert, „der Gastronomieanteil ist zuletzt gestiegen“. Deswegen sei es sinnvoll, sich die Pläne noch einmal anzuschauen und zu überarbeiten. Das allerdings müsse schnell gehen, hob der CDU-Politiker hervor.

Die städtische Managementgesellschaft für Hafen und Markt hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass eine baldige Sanierung nötig sei, weil die Halle sonst gar nicht mehr weiterbetrieben werden könne. Immerhin ist die Renovierung der Besuchertoiletten im Keller bereits abgeschlossen, sie musste wegen eines Wasserschadens vorgezogen werden.

Über eine Generalsanierung der mehr als 70 Jahre alten Kleinmarkthalle wird schon diskutiert, seit vor gut 20 Jahren ein Abriss und ein Neubau im Raum standen, was damals auf große Empörung stieß.  Die Halle gilt als Kulturgut Frankfurts, ist Treffpunkt und Touristenmagnet. 2008 gab es erste Pläne für eine Renovierung, damals wurde ein Anbau im Süden der Halle ins Auge gefasst. Rund zwölf Millionen Euro sollte das kosten – doch aus finanziellen Gründen und wegen erheblicher Bedenken der Händler wurden die Pläne nicht weiterverfolgt.

Die nun gestoppten Pläne gehen auf einen Beschluss aus dem Jahr 2014 zurück, die jüngste Bau- und Finanzierungsvorlage wurde 2024 vorgelegt. Sie zielten vor allem auf eine energetische Sanierung und auf Brandschutzthemen ab, also auf Heizung, Dämmung, Kühlung und Lüftung. Zudem wünschten sich die Stadtverordneten die Installation einer Solaranlage auf dem Dach. Am bodenständigen Ambiente der Halle sollte sich dagegen durch die Arbeiten, die im laufenden Betrieb stattfinden sollten, nichts ändern. Um Kunden und Händler auf die Sanierung vorzubereiten, wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche Pläne entwickelt und Gespräche geführt – all das ist nun hinfällig.

Dass die Kosten so gestiegen sind, hängt laut Wirtschaftsdezernat mit allgemeinen Kostensteigerungen zusammen, aber auch mit neuen Gestaltungs- und Realisierungswünschen (wie zum Beispiel der Photovoltaikanlage) sowie mit den Mehrkosten, die durch die häufigen Umplanungen entstanden sind. So gab es zuletzt immer wieder Diskussionen um die Platzierung der zentralen Kälteanlage. Dazu, wie teuer die Sanierung nach der Neuplanung werden soll, äußerte sich das Wirtschaftsdezernat nicht.

F.A.Z.

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