Choreograph Edward Clug : Loslassen, weiter reisen

Der slowenisch-rumänische Choreograph Edward Clug ist international gefragt. Seinem Ensemble in Maribor aber bleibt er seit 30 Jahren treu. Jetzt ist er in Darmstadt zu Gast.
Wenn am 21. Mai am Bolschoi-Ballett in Moskau der Vorhang hochgeht zu „Meister und Margarita“, Musik von Dmitri Schostakowitsch und Alfred Schnittke, Choreographie von Edward Clug, wird die Ballettwelt auf ein Relikt aus Edward Clugs Kindheit blicken. Es hat ihn eingeholt, als er im vergangenen Sommer, nach beinahe 30 Jahren, zum ersten Mal wieder die Orte seiner Kindheit aufgesucht hat. Da kam sie wieder, die Erinnerung an lange Sommertage. Rund um ein heute verfallenes Freibad in einer winzigen Kunststadt im Westen Rumäniens, die einst von Russen gebaut worden war, um die nahe gelegenen Uranvorkommen auszubeuten. Auch das Schwimmbad von ¸Ştei hatten die Russen gebaut, überhaupt alles. Das meiste in Beton. „Das Glück des Kindes verdankt sich den Russen“, sagt Clug. Nun arbeitet das längst erwachsen gewordene Kind, lässiges Outfit, strahlender Teint, Haartolle über dem Auge, mit dem berühmten Bolschoi-Ballett und bringt den Russen Tanz zurück.




