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25-Jahr-Feier : Einheitsfest mit Gorbatschow und Gauck

Im Laufschritt: Hessen schickt rund 1000 schwarze, rote und gelbe DDR-Ampelmännchen des Künstlers Ottmar Hörl zur Einheitsfeier auf die Reise durch Deutschland. Bild: dpa

Im Oktober feiert Deutschland 25 Jahre Wiedervereinigung - in Frankfurt. Die Stadt richtet ein Großevent mit viel Politikprominenz aus. Bis dahin sollen 1000 übergroße DDR-Ampelmännchen auf das Fest einstimmen.

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          Michail Gorbatschow kommt. Auch Jean-Claude Juncker, der Präsident der EU-Kommission. Helmut Kohl steht ebenfalls auf der Gästeliste. Und natürlich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nebst ihrem halben Kabinett. Nicht zu vergessen Bundespräsident Joachim Gauck. An Ministerpräsidenten und Regierenden Bürgermeistern wird es ebenso wenig fehlen beim Einheitsfest, dessen Höhepunkt ein Festakt am 3. Oktober in der Alten Oper Frankfurt sein wird. Auch der gemeine Bürger soll mitfeiern. Eine Million Besucher erwartet Frankfurt zu den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit vom 2. bis zum 4. Oktober.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Weil Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zurzeit Präsident des Bundesrates ist, richtet Hessen in diesem Jahr das Einheitsfest aus. Frankfurt mit der Paulskirche als Wiege der deutschen Demokratie sei der richtige Ort für die Feierlichkeiten, sagte Bouffier bei der Vorstellung des Programms in der Paulskirche. Der Ministerpräsident wie auch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hoffen auf ein „fröhliches Bürgerfest“. Das Motto der Einheitsfeierlichkeiten lautet „Grenzen überwinden“.

          Paulsplatz wird zum Platz der Einheit

          Freiheit und Demokratie sind Bouffier zufolge nicht selbstverständlich: „Wir müssen sie uns jeden Tag aufs Neue erarbeiten und leben.“ Hessen wolle besonders die Bürgerrechtler der ehemaligen DDR würdigen, die durch ihre Zivilcourage und ihren Mut die Teilung Deutschlands überwunden hätten. Schon jetzt hat ein Programm begonnen, in dem Bürgerrechtler das ganze Jahr über an Schulen von der friedlichen Revolution von 1989 berichten.

          Schauplatz der dreitägigen Feierlichkeiten wird die Frankfurter Innenstadt sein. Die 16 Bundesländer werden sich an beiden Seiten des Mainufers präsentieren. Von dort zieht sich das Fest zur Paulskirche und über die Berliner Straße zur Zeil, die an diesen Tagen eine Sportmeile sein wird. Der Paulsplatz soll zum Platz der Einheit umgestaltet werden, um die Bäume dort werden sich 25 „Jahresringe“ winden, auf denen in Wort und Bild an jedes einzelne Jahr nach der Wiedervereinigung erinnert werden soll.

          Kleine Einstimmer aufs Fest: Hessens Ministerpräsident Bouffier (links) und Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann halten die Ampelmännchen des Künstlers Ottmar Hörl in den Händen.

          Zum „Platz der Geschichte“ wird der Liebfrauenberg. Dort stellen die Bundesstiftung Aufarbeitung, die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen sowie die Bundes- und Landeszentrale für politische Bildung und diverse Erinnerungsinitiativen ihre Arbeit vor. Zudem werden das Infomobil „25 Jahre Freiheit und Einheit“ und der Bus „Gedächtnis der Nationen“ dort haltmachen.

          Sicherheit des Festes stehe im Mittelpunkt

          Auf der Hauptbühne des Fests an der Hauptwache will die Stadt Frankfurt mit einem kulturellen Angebot die Mainmetropole „erlebbar“ machen. Das genaue Programm, das in Zusammenarbeit mit dem Tigerpalast-Chef Johnny Klinke entstanden ist, wird Oberbürgermeister Feldmann in der nächsten Woche vorstellen. Hessen seinerseits präsentiert ein eigenes Programm auf einer Bühne vor der Alten Oper. Auf dem Roßmarkt wollen sich die Verfassungsorgane vorstellen.

          „Grenzen überwinden“: Touristen fotografieren sich mit dem übergroßen Ampelmännchen, das seit dieser Woche vor der Frankfurter Paulskirche steht.

          Vor dem Festakt am 3. Oktober um 12 Uhr in der Alten Oper versammeln sich die Repräsentanten der Bundesrepublik am Morgen in der Paulskirche zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Um 10 Uhr beginnt im Kaiserdom ein Festgottesdienst, der live durch die ARD übertragen wird. Der Festakt in der Alten Oper mit 1600 geladenen Gästen wird dagegen im ZDF zu sehen sein. Danach wird Bundesratspräsident Bouffier sein Amt an seinen Nachfolger Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, übergeben. Am Abend gibt es eine Licht- und Toninszenierung zum Festmotto „Grenzen überwinden“.

          Angesichts der Verhaftung eines mutmaßlichen islamistischen Terroristenpaars in Oberursel und der darauf folgenden Absage des Radrennens am 1. Mai hob der Ministerpräsident hervor, dass alles Nötige für die Sicherheit der Veranstaltungen und den Schutz der Gäste getan werde. Die Kosten der Feierlichkeiten werden von Hessen und der Stadt Frankfurt getragen. Das Land hat dreieinhalb Millionen Euro eingeplant, Frankfurt stellt rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.

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