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Königlicher Staatsbesuch : Auf der Spur der Queen

Auch von hinten unverkennbar: Königin Elisabeth II. mit royalen Insignien Bild: AFP

Gut drei Tage lang weilte Elisabeth II. in Deutschland. Es war, wie erwartet, großes royales Kino. Unsere Autorin hat versucht, den Staatsgast so oft wie möglich zu erleben. Erste Erkenntnis: Eine Monarchin spricht nicht.

          Eure Majestät, das ist für uns, Sie und mich, die letzte Chance. Viele Stunden, ja Tage, in denen ich Sie beobachtet habe, sind vorbei, und Sie haben nichts davon geahnt, denn es haben Sie ja so viele Menschen während Ihres Staatsbesuchs in Berlin und Frankfurt gesehen und Ihnen zugejubelt. In ein paar Stunden fliegen Sie zurück nach London. Aber noch hat sich mein kleiner Wunsch nicht erfüllt. Noch habe ich auch die Hoffnung nicht aufgegeben. Hier, am Freitagmorgen, vor dem Brandenburger Tor. Der Himmel strahlt blau, die Linden vor dem „Adlon“ rascheln. Der extra aus England eingeflogene Bentley der Queen ist vorgefahren. Elisabeth II. tritt aus dem Eingang des Hotels. Mit vorsichtigen, aber sicheren Schritten schreitet sie zu ihrem Wagen, aber vorher geht sie noch auf die vielen hinter den Absperrungen wartenden Menschen zu. Sie lächelt. Jetzt wäre doch der ideale Augenblick.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Ich war zu leichtsinnig. Wenn man erzählt, dass man über den Besuch der Queen berichtet, provoziert das Widerstand, ja tatsächlich. Die Monarchie, und mit ihr die Königin, seien doch aus der Zeit gefallen, schimpfte eine Bekannte. All der Pomp sei teuer und unnötig. Und überhaupt: Diese Königin, Elisabeth II., sei besonders unpolitisch. Ich konnte das nicht ganz nachvollziehen. Wie kann eine Frau, die Staatsoberhaupt von knapp 20 Ländern ist, die während ihrer Regentschaft 13 britische Ministerpräsidenten hat kommen und gehen sehen, 300 Staatsbesuche absolviert hat, ein unpolitischer Mensch sein?

          Bedeutende Sentenzen ihrer Majestät?

          Mein bisheriges Queen-Bild war von einem Film und einem Buch geprägt. In einem Sketch von „Mr. Bean“ übt dieser die Begrüßung der Königin. Als sie vor ihm steht, geht natürlich alles schief. Er verbeugt sich zu tief und verpasst Ihrer Majestät eine Kopfnuss, sie stürzt zu Boden. Eine Monarchie, die solche derben Witze über sich ergehen lässt, kann nicht vollkommen humorlos sein, dachte ich. Und nun zu dem Buch: „Die souveräne Leserin“ von Alan Bennett. Darin wird beschrieben, wie eine clevere und schlagfertige ältere Dame, nämlich die Queen, die Liebe zur Literatur entdeckt. Das ist natürlich Fiktion. Aber ich hielt die Queen fortan für eine nicht nur mächtige, sondern auch interessierte und sympathische Person.

          Auf dem Balkon des Frankfurter Römers: Elisabeth II. gemeinsam mit Gauck, Ministerpräsident Bouffier, und Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann Bilderstrecke

          Und dann sagte meine Bekannte: „Die Queen mag mächtig sein, und fast jeder Mensch kennt sie, aber niemand wird sich an auch nur einen bedeutenden Satz von ihr erinnern können.“ Mir fiel auf Anhieb tatsächlich kein bedeutender Satz der Queen ein. Aber das lag an mir und nicht an der Queen. Oder? Sie wird doch während ihrer 63 Jahre auf dem Thron etwas Wichtiges gesagt haben. Bestimmt auch in letzter Zeit, bei all den Krisen in Europa und der Welt, und wo Großbritannien diskutiert, ob es aus der Europäischen Union austreten soll. Obwohl, selbst in ihrer traditionellen Thronrede erzählt sie nur, was andere ihr aufgeschrieben haben: das Programm der Regierung Ihrer Majestät, wie das ja heißt.

          Hunderte bejubelten die Königin

          Ich hatte für die gut drei Tage, die Elisabeth II. in Deutschland weilen sollte, also ein Ziel: Nicht nur die Queen sehen, ihr folgen, sondern auch dabei zu sein, wenn sie etwas Wichtiges sagt, womöglich Geschichte schreibt. Irgendetwas wird sie doch sagen, woran man sich erinnert! Ich wollte auf dieser Reise die Ehre Ihrer Majestät verteidigen. Und ein bisschen meine eigene.

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