Deutsch-britische Beziehungen : Die zweite Seele

Von „Krauts“, „Hunnen“ und einem „Blitzkrieg“ spricht keiner mehr: Die britische Wahrnehmung dessen, was deutsch ist, hat sich gewandelt. Ein Erfahrungsbericht.
Dies ist eine Gelegenheit, etwas auszusprechen, was mich schon lange irritiert. Ich zucke jedes Mal zusammen, wenn Preisempfänger in ihren Dankesreden mit gefühlsbetonter Stimme Demut angesichts der Ehre zu bekunden pflegen, die ihnen erwiesen worden ist. Die falsche Bescheidenheit von „humble“ lässt mich erschaudern wie quietschende Kreide auf einer Tafel. Ich hoffe, Sie werden mich nicht für unbescheiden halten, wenn ich gestehe, jetzt nicht Demut zu empfinden, sondern enorme Freude und Dankbarkeit. Die Freude ist umso größer, da diese Ehrung am Anfang meiner letzten Woche als Londoner Kulturkorrespondentin steht. Sie bildet somit einen überaus beglückenden Abschluss zu fast vierzig oft bewegten Jahren. Schöner kann man sich den Abgang nicht wünschen.
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