„Rienzi“ in Bayreuth : Hitlers Liebling? Das ist eine Friedensoper!

Nathalie Stutzmann bringt Richard Wagners frühe Oper „Rienzi“ bei den 150. Bayreuther Festspielen zum ersten Mal auf den Grünen Hügel. Ihr Ideal ist ein Orchesterklang, der atmet und singt.
Es ist eine Stelle im dritten Akt, die Nathalie Stutzmann besonders bewegt. Da wenden sich die Frauen Roms, „sich auf die Knie senkend“, an die heilige Jungfrau, um Schutz für ihre Söhne zu erflehen. Der fast kirchenmusikalische Ton dieses emotionalen, aber zugleich kraftvollen Gebets wird dabei von den martialischen Blechbläsern überlagert, die den nahenden Krieg ankündigen. Dass Wagners „Rienzi“ eine Oper „für den Frieden“ ist, steht für die Dirigentin außer Frage. Daran ändere auch Hitlers angebliche Begeisterung für das Stück nichts. Wenn sie das aufwendige Spektakel bei den 150. Festspielen in Bayreuth, wo es bisher nie zu hören war, leiten wird, möchte Stutzmann besonders die Nähe zum Belcanto, zu Bellini hörbar machen, für den Wagner sich begeisterte, als er in den späten 1830er-Jahren begann, seine „große tragische Oper in 5 Aufzügen“ auszuarbeiten. Leicht soll das klingen, leicht und schlank und farbenreich, nicht dick und plump.


