Rechnungshof rügt :
Bayerischem Rundfunk droht ein Hundert-Millionen-Loch

Von
Helmut Hartung
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Das Logo des Bayerischen Rundfunks am Funkhaus in München
Das Logo des Bayerischen Rundfunks am Funkhaus in Münchendpa

Der Oberste Bayerische Rechnungshof stellt dem Bayerischen Rundfunk ein schlechtes Zeugnis aus. Die Ausgaben für Renten und Personal seien zu hoch, Ende 2028 seien die Reserven dahin. Der Sender müsse umsteuern.

Der Bayerische Rundfunk (BR) hat 2025, trotz höherer Einnahmen von 1,294 Milliarden Euro, 44 Millionen Euro mehr ausgegeben, als er eingenommen hat. „Seit dem Jahresabschluss 2020“ weise die Bilanz „ein negatives Eigenkapital aus, welches als nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag auf der Aktivseite ausgewiesen wird“, stellt der Geschäftsbericht des BR für 2025 fest. Die Botschaft deckt sich mit der aktuellen Analyse des Obersten Bayerischen Rechnungshofes (ORH) für die Beitragsperiode von 2020 bis 2024. Sein Bericht, den er alle vier Jahre sowohl für die das Parlament als auch die Staatskanzlei erstattet, geht davon aus, dass der BR durchgehend bilanziell überschuldet war. Aufgrund gesperrter Beitragsmehrerträge verfügte der BR dennoch zum Jahresende 2024 über Finanzmittel von 226,4 Millionen Euro. Ende 2028 seien diese Reserven aber vollständig aufgebraucht, es ergebe sich ein Fehlbetrag von 106,4 Millionen Euro.

Lücke bei der betrieblichen Altersversorgung

Während der Sender den Fehlbetrag auf die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags zurückführt, erwartet der ORH, dass der BR mehr spart. Die Rechnungsprüfer goutieren zwar die „wichtigen Reformschritte in den letzten Jahren“, sehen aber weiterhin „erhebliche finanziellen Herausforderungen“ für die Anstalt. Vor allem die Ausgaben für die betriebliche Altersversorgung werden kritisch beurteilt. Trotz steigender Zinsen belief sich die Finanzlücke auf 512,8 Millionen Euro. „Die Erträge reichten in keinem der betrachteten Jahre aus, um die Rentenzahlungen zu finanzieren“, heißt es wörtlich. Der Sender bestreitet das und verweist darauf, dass die Ausgaben von der Finanzplanung gedeckt seien.

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Einsparungen fordert die Finanzaufsicht auch bei den Personalkosten. Die Mitarbeiterzahl von 5300 (Januar 2026) wurde binnen vier Jahren nur um 55 Stellen verringert. „Aus Sicht des ORH sollte der BR prüfen, ob bzw. in welchem Umfang Stellen mit Blick auf notwendige Kosteneinsparungen gegebenenfalls verzichtbar sind. Jedenfalls sollte ein Stellenabbau bei niedrigeren Gehaltsgruppen nicht mit der Schaffung neuer Stellen in höheren Gehaltsgruppen einhergehen“, wird angemahnt.

Zu hohe Kosten bemängelt der Rechnungshof auch bei verschiedenen Einzelprüfungen zur „BR-Radltour“, den Telemedien und der Barrierefreiheit. Hinzu kämen ineffiziente Strukturen und Defizite bei der Prozesssteuerung. Kritisch sieht der ORH die wirtschaftliche Entwicklung der Bavaria Film GmbH, einer BR-Tochter. Trotz fortgesetzt rückläufiger Konzernergebnisse wurden jedes Jahr Gewinne ausgeschüttet.

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