Lehman-Brothers-Film im Ersten : Finanzkapitalismus, mir graut vor dir

Vor zehn Jahren löste die Pleite der Bank Lehman Brothers die Finanzkrise aus. Im Dokudrama „Gier frisst Herz“ der ARD sieht es so aus, als sei daran nur ein Mann schuld gewesen.
Am Schluss dieses trotz Vielstimmigkeit vereinfachenden Dokudramas über die Pleite der Investment-Bank Lehman Brothers am 15. September 2008 kann man mit dem Lehman-Chef Dick Fuld, dem „Gorilla“ der Wall Street, fast Mitleid haben. Manche könnten ihn für geistesgestört halten – und einen Silberrücken-Gemächtvergleich zwischen Fuld und dem amerikanischen Finanzminister Hank Paulson für den alleinigen Auslöser „der schlimmsten Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg“ (Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet). „Paulson hasst diesen Affen Fuld“, raunen sich Manager von Lehman in den Spielszenen des Films von Raymond Ley, „Lehman. Gier frisst Herz“, am Wochenende vor dem desaströsen montäglichen Börsenbeginn zu. Aber er habe gar keine Wahl, als die viertgrößte Bank der Wall Street mit Steuergeldern zu retten, meint sein Kollege: „Wir sind der Markt.“ Und Fuld sei endlich bereit, öffentliches Kapital zu akzeptieren. Das Ego heiligt die Mittel.





