Mafiafilm „Il Traditore“ : Auf dem Rücksitz des Richters

Das Mafiakino als Genre romantisiert das Verbrechen, selbst wenn es die Schuldigen hässlich zeigt. Aber das muss nicht so sein, wie Marco Bellocchios italienischer Spielfilm „Il Traditore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra“ beweist.
Mehr zwiespältig-patriotische Ergriffenheit geht kaum: „O mein Vaterland, so schön und verloren“, intoniert der Gefangenenchor aus Verdis Oper „Nabucco“ auf Italienisch, während in Marco Bellocchios Filmdrama „Il Traditore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra“ die Urteile fallen im reinszenierten Maxiprozess um die Verbrechen der sizilianischen Mafia. Es ist der 16. Dezember 1987, als es vieljährige Haftstrafen, lebenslang auf lebenslang und gigantische Millionenbußen vom Richterstuhl hinab hagelt auf die Verhafteten in den berühmten Käfigen des Gerichtsbunkers von Palermo – und auf die noch Flüchtigen da draußen. Zu ihnen gehört der einen blutigen „Krieg“ gegen seinesgleichen, Unbeteiligte und den Staat führende „Boss der Bosse“ Salvatore Riina, gespielt von Nicola Calì.





