Thomas Struth: Unconscious Places : In einer anderen Stadt

In den siebziger Jahren begann Thomas Struth menschenleere Straßenzüge zu fotografieren: Seine Aufnahmen sind nun in einem großartigen neuen Buch versammelt.
Eine Seitenstraße in Manhattan, vielleicht am frühen Morgen; ein schwerer Cadillac, weiter hinten zwei Lieferwagen. Mehr ist auf den ersten Blick nicht zu sehen, kein Mensch, keine Bewegung, nur die „One Way“-Schilder führen ein Ballett der Richtungspfeile auf. Ansonsten: blinde Fenster, starre Feuertreppen, das Schild „Park“ meint keine Natur, sondern nur immobilisierte Autos, weiteren Stillstand. Dann aber erkennt man in diesem Bild Trümmer: Bretter, aufgeweichte Kartons, Spuren einer Verwüstung, weiter hinten einen großen Schneehaufen: Man sieht Manhattan in einem Moment, in dem die Dinge wieder auftauchen, nachdem Schneemassen sie verschwinden ließen.





