Reformations-Ausstellung : Ohne Ablass geht hier keiner nach Haus
Wie groß das Thema Reformation schon vor Luther war, davon kann man sich im Mainzer Dom- und Diözesanmuseum überzeugen: Die katholische Sicht auf die Dinge im sechzehnten Jahrhundert ist ganz schön aufgeklärt.
Im mittlerweile kaum mehr überschaubaren Reigen der Ausstellungen zum Reformationsjubiläum fehlte bislang aus einleuchtenden Gründen eine große Schau aus katholischer Sicht. Nun ist auch diese Lücke geschlossen, aber wer erwartet hätte, es ginge dabei gegenreformatorisch zu, wird angenehm enttäuscht. Das Dom- und Diözesanmuseum in Mainz stellt eine verblüffend simple, aber umso eindrucksvoller belegte These in den Mittelpunkt seines Projekts: Luther nahm eine im Deutschen Reich verbreitete Zeitstimmung auf, als er 1517 in Wittenberg seine Thesen anschlug. Und wie könnte man das besser zeigen als durch die Dokumentation vorreformatorischer Lebensumstände in einer ganz anderen, weit entfernten Gegend, nämlich am Mittelrhein. Im Bistum Mainz eben.





