„Zerrissene Moderne“ in Basel : Was die Nazis hassten
Das Kunstmuseum Basel dokumentiert seine Ankäufe „entarteter“ Kunst in einer großartigen Ausstellung. „Zerrissene Moderne“ blickt dabei weit über den Tellerrand hinaus.
In der zweiten Hälfte des Jahres 1937 wurden in München zwei große Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt: die den Nationalsozialisten genehme im neu errichteten Haus der Kunst und wenige Hundert Meter weiter in den Hofarkaden die von ihnen verfemte. Die dort präsentierten Werke waren in den Vormonaten in den deutschen Museen konfisziert worden, aber die Vorgeschichte dieser berüchtigten Schau namens „Entartete Kunst“ ging zurück bis zum Beginn der NS-Herrschaft. Die früheste denunzierende Museumsausstellung mit moderner Kunst fand bereits im März 1933 in Mannheim statt, dann folgten Karlsruhe, Nürnberg, Chemnitz, Stuttgart, und die erste mit dem dezidierten Titel „Entartete Kunst“ lief im Herbst 1933 in Dresden – die Kette von Schandschauen in Deutschland riss nicht mehr ab.


