Kinderwunsch und Realität : Die ungute Macht der Samenbanken

Samenspenden können den Traum vom Kind erfüllen. Für Samenbanken ist das ein Geschäft – ihre Macht ist verblüffend. Wer reguliert den Markt diskriminierungsfrei und schützt so vor allem die Spenderkinder?
Ein Wohnviertel im Westen einer Universitätsstadt an einem verregneten Abend im März. In einem energieeffizienten Neubau, nur ein paar Treppen hoch, wohnt eine Familie: die 37-jährige Maria, die 45-jährige Charlotte und die 5-jährige Nele. Auf dem Küchentisch liegt ein Buch: „Die Geschichte unserer Familie: Ein Buch für lesbische Familien mit Wunschkindern durch Samenspende“. Während Maria und Charlotte an diesem Tisch erzählen, wie sie eine Familie wurden, sitzt Nele mit Over-Ear-Kopfhörern ein paar Meter weiter auf dem Sofa. Einmal singt sie mit, laut genug, um im Transkript des Gesprächs mit ihren Müttern zu landen. Zwischen der Frage „War die Samenspende für Nele schon einmal Thema?“ und Marias Antwort: „Einmal hat ein Mädchen im Kindergarten, die hat das gar nicht böse gemeint, gesagt: Jedes Kind hat einen Papa. Man hat gemerkt, das hat Nele verunsichert“, steht darin: „Auf Amadeus und Sabrina“.
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