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Reform der SPK : Marina Münkler übt drastische Kritik

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Prestigeprojekt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz der Ära Parzinger: Die James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel Bild: dpa

Der Wissenschaftsrat hatte in einem Gutachten die Auflösung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz empfohlen. Die jetzt beschlossene Reform fällt bescheidener aus. Die federführende Gutachterin zerpflückt die Pläne.

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          Die geplante Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bleibt hinter dem zurück, was der Wissenschaftsrat angeregt hatte. Kritisch äußerte sich dazu jetzt die Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler. Unter Federführung der an der Technischen Universität Dresden lehrenden Spezialistin für Humanismus und Nationalismus hatte der Wissenschaftsrat die von Bund und Ländern getragene Stiftung analysiert, eine der wichtigsten deutschen Kultureinrichtungen. Im Radiosender RBB-Kultur sagte Münkler: „Ich fürchte, es wird sich eigentlich eher wenig ändern.“  

          Das von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zur dringenden Notwendigkeit erklärte Reformvorhaben endet nach Münklers Eindruck als Potemkinsches Täuschungsmanöver: „Für mich sieht diese Mini-Reform eher danach aus, dass man quasi dem Ganzen den Anstrich einer Reform gibt, dass man aber letzten Endes nicht wirklich interessiert ist“, sagte Münkler. Vor allem die Leitung der Stiftung, ihr Präsident Hermann Parzinger, ist aus Münklers Sicht „nicht wirklich daran interessiert“, etwas Grundlegendes zu ändern.

          Grütters hatte demgegenüber von einer „großen Reform“ und einem „historischen Entscheid“ gesprochen. Parzinger sah einen „Meilenstein erreicht“. Die vorgesehene Streichung des Postens des Generaldirektors der Staatlichen Museen zu Berlin stellt Münkler noch nicht zufrieden. Ihre Kommission habe empfohlen, die ganze Stiftung aufzulösen, um dadurch den Museen „mehr öffentliche Strahlkraft“ zu geben. Auch die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Publikum, die Personal- und Budgethoheit sollten gestärkt werden. „Aber genau das ist eben auch nicht wirklich geplant“. Die nun vorgelegten Pläne seien „nicht wirklich plausibel“. Es sehe „eben nicht so aus, als könnte sich dann Grundlegendes ändern“.

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