Kirchenreformdiskurs am Limit : Was, bitte, ist ein Retrokatholik?

Blanke Meinungsmache oder theologische Reflexion? Die Kirchenreformdebatte gibt sich viel zu schnell mit flachen Appellen zufrieden, wenn es um die Frage der Veränderbarkeit von Lehrinhalten geht.
Findet ausgerechnet das Christentum, in dessen Zentrum die Menschwerdung Gottes steht, kein reflektiertes Verhältnis zur Geschichte? Kann es seine Geschichtlichkeit nur in den Extremen von Antiquarismus und Präsentismus denken, von einseitigen Fixierungen auf Vergangenes oder Gegenwärtiges? Interessante Fragen grundsätzlicher Natur, wie sie hinter den Reformdebatten in der heutigen katholischen Kirche stehen, vom Synodalen Weg bis zur Amazonas-Synode. Doch weil sie in dieser Grundsätzlichkeit weitgehend undebattiert bleiben, dominieren die flachen Reformappelle im Zeichen der Tür-Metapher: Ist die Tür schon einen Spalt geöffnet oder noch verschlossen?





