FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Ingeborg-Bachmann-Preis 2019 :
Im Schrank singt sich’s besonders gut

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Ausgezeichnet in Klagenfurt: die Autoren Leander Fischer (l.), Gewinner des Deutschlandfunk-Preises, Ronya Othmann, Gewinnerin des Publikumspreises, Birgit Birnbacher, Gewinnerin des Bachmann-Preises, Julia Jost, Gewinnerin des Kelag-Preises, und Yannic Han Biao Federer, Gewinner des 3sat-Preises
Ausgezeichnet in Klagenfurt: die Autoren Leander Fischer (l.), Gewinner des Deutschlandfunk-Preises, Ronya Othmann, Gewinnerin des Publikumspreises, Birgit Birnbacher, Gewinnerin des Bachmann-Preises, Julia Jost, Gewinnerin des Kelag-Preises, und Yannic Han Biao Federer, Gewinner des 3sat-PreisesGert Eggenberger/APA/dpa

Ein mäßiger Jahrgang in Klagenfurt, aber beim Bachmann-Preis entspann sich dennoch eine Debatte: über das Wesen der Literatur.

Dass der beste literarische Text beim Bachmann-Preis nicht einer der vierzehn Beiträge ist, sondern vielmehr die „Rede zur Literatur“ zu seinem Auftakt, war bis zu diesem Jahr noch nicht vorgekommen. Clemens Setz hat das geändert. Mit seiner Rede über „Kayfabe und Literatur“, die einen Begriff aus dem Show-Wrestling vielfach metaphorisch fruchtbar machte, poetisch wie politisch, schlug der 1982 in Graz geborene Schriftsteller die Zuschauer und Jury so sehr in Bann, dass nach Tagen noch darüber gesprochen wurde und Ideen aus der Rede in Diskussionen auftauchten. Dass die Grenzen von poetologischer Rede und Erzählung verschwimmen und eine Zwittergattung gezeitigt haben, die selbst als Literatur betrachtet werden kann, ist insbesondere auf die vielen Poetik-Dozenturen zurückzuführen, die in den vergangenen Jahrzehnten eingerichtet wurden. Aber so triftig wie bei Setz hat man diese Gattung noch nicht verwirklicht gesehen.

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