Vorentscheid im Fall Suhrkamp : Von Richtern und Denkern

Eine entscheidende Hürde ist genommen: Die Suhrkamp-Aktiengesellschaft kommt. Der Kampf zwischen Ulla Unseld-Berkéwicz und Hans Barlach geht in eine letzte Runde. Wer gewinnt und wer verliert?
Das Konfliktpotential in dieser Auseinandersetzung ist beispiellos, und nicht alle Beteiligten hielten dem immer stand. Da wurden Mediatoren verschlissen, die sich um eine Einigung der Kontrahenten bemühten, und Anwälte ausgetauscht, sofern sie keine Ergebnisse lieferten. Es traten Richter in Berlin und in Frankfurt auf den Plan, die sich mit konkurrierenden Urteilen widersprachen. Zuletzt wurden die höchsten Gerichte des Landes, der Bundesgerichtshof wie das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, in der Sache bemüht: Indem die Verfassungshüter jetzt den Eilantrag einer Einstweiligen Anordnung des Minderheitsgesellschafters Hans Barlach ablehnten - und eine Verfassungsklage von ihm als Gesellschafter gleich mit -, ist der Krieg im Hause Suhrkamp, die spektakulärste Auseinandersetzung im deutschen Verlagswesen der vergangenen Jahrzehnte, vorläufig beendet. Die Erleichterung im Haus ist groß, hört man aus Berlin, denn dieser eminent wichtige Verlag wäre dem Konflikt zuletzt beinahe selbst zum Opfer gefallen.





