Autobiographie von Ai Weiwei :
Wie man ein Ich erkämpft

Von
Mark Siemons
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Ai Weiwei 1995 mit seinem Vater, dem Dichter Ai Qing, in ihrem Pekinger Haus
Ai Weiwei 1995 mit seinem Vater, dem Dichter Ai Qing, in ihrem Pekinger HausPenguin Verlag

In seinen beeindruckenden Erinnerungen schildert der chinesische Künstler Ai Weiwei die Erfahrungen, die ihn vom westlichen Blickwinkel trennen.

Bevor Ai Weiwei nach Europa kam, galt er als unser Mann in China: nicht nur als Vertreter der westlichen Werte, sondern auch als lebender Beweis der Annahme, dass die sogenannte zeitgenössische Kunst, die eine Kunst der westlichen oder wenigstens westlich dominierten Welt ist, nun auch China umfasse. In seinen gerade in vierzehn Sprachen gleichzeitig veröffentlichten Memoiren verrät Ai Weiwei, wie sich dieser Anspruch von seiner Seite her ausnahm, und nennt dafür ein symbolisches Datum: den 23. Mai 2006, zufälligerweise der Tag, an dem genau 64 Jahre zuvor Mao verkündet hatte, die Kunst müsse den Volksmassen dienen und damit der Partei, die als deren Sprecher auftritt.

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