Ahmadou Kourouma: Monnè. Schmach und Ärger : Der afrikanische Voltaire

Anders als in Frankreich ist Ahmadou Kourouma bei uns noch zu entdecken. Zum Beispiel mit „Monnè“ von 1990, seinem Roman über ein fiktives Königreich an der Elfenbeinküste, das durch französische Truppen erobert und kolonialisiert wird.
Die wenigen Romane des vor elf Jahren verstorbenen Schriftstellers und Intellektuellen Ahmadou Kourouma (1927 bis 2003) sind mit Zeitgeschichte gesättigt: Sie erzählen von der Kolonialisierung und ihren Folgen, kommunistischen oder diktatorischen Regime, Hungersnöten, Bürgerkriegen. Doch der zeitliche Abstand - seit dem Erstling „Der schwarze Fürst“ (1968) sind mehrere Jahrzehnte verstrichen - erlaubt eine umfassendere Bilanz: Kouroumas Werke altern erstaunlich gut, sie sind nicht auf ihren Kontext zu reduzieren, sondern avancieren gerade zu Klassikern nicht nur der afrikanischen Literatur. In diese Richtung deuten diverse Weihen: Kouroumas Wohnhaus in Lyon wurde 2010 in ein Kulturzentrum zu Ehren des Autors verwandelt, und die Genfer Buchmesse vergibt einen nach ihm benannten Preis. Umso bedauerlicher ist es, dass noch nicht alle Werke Kouroumas ins Deutsche übersetzt sind - und umso erfreulicher, dass der Diaphanes Verlag nun eine gelungene Übertragung des zweiten Romans „Monnè: Schmach und Ärger“ (1990) vorlegt.





