FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Habermas als Nachbar :
Er merkte sich alles, aber er nahm nichts übel

Gastbeitrag
Von
Michael Krüger
Lesezeit:
In Starnberg hatte die Max-Plank-Gesellschaft für Jürgen Habermas ein Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der modernen Welt eingerichtet. Auch nach der Niederlegung des Direktorenamtes blieb er in Starnberg wohnen.
In Starnberg hatte die Max-Plank-Gesellschaft für Jürgen Habermas ein Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der modernen Welt eingerichtet. Auch nach der Niederlegung des Direktorenamtes blieb er in Starnberg wohnen.dpa

Sogar mit Michel Foucault hätte er sich nach eigenen Worten anfreunden können. Über die erstaunlichen Einsichten Starnberger Kneipengespräche mit meinem Nachbarn Jürgen Habermas.

Ute und Jürgen Habermas, ein über Jahrzehnte eingespieltes Paar, waren die idealen Nachbarn. In ihrem stets gastfreundlichen Haus in Starnberg traf sich die halbe Welt (die andere mied es), es wurde gegessen, getrunken, erzählt und diskutiert, und da beide temperamentvolle Menschen waren und ein trotz ihres Alters beneidenswertes Gedächtnis auch für kleinste Details hatten, war es immer ein Vergnügen, sich mit ihnen durch die intellektuelle Geschichte der Bundesrepublik zu reden: Es wurde gelacht, verworfen, gelobt und natürlich heftig getadelt. Wenn ich jemanden vehement verteidigte, den er für einen falschen Fuffziger hielt, sagte er nur lakonisch: Na ja, ich habe schon immer geahnt, dass du auch eine reaktionäre Ader hast.

FAZ+

Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €

Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €

  • Mit einem Klick online kündbar

Das Beste von FAZ+

Stellenmarkt