Der Laptop von Michel Majerus : Zauber des Wischfingers

In diesen Dateien steckt ein Kunstschatz: Über den Maler Michel Majerus und seinen Laptop, der den Absturz überstanden hat, bei dem der Künstler 2002 starb.
Als Cory Arcangel in einer New Yorker Ausstellung 2002 zum ersten Mal zwei Bilder von Michel Majerus sah, hatte er von diesem Maler noch nie gehört. Die Werke des Künstlerkollegen fand er gar nicht gut. Er reagierte sogar ausgesprochen allergisch darauf. Der junge Mann aus Brooklyn mochte sie nicht nur nicht anschauen, wie er später schrieb, er verließ die Gruppenschau „Leuchtland“ in der Galerie Friedrich Petzel umgehend, ohne sich für ein einziges weiteres Bild zu interessieren. Auch nach dem Namen des Urhebers, dessen beide Bilder ihm nach eigenem Bekunden regelrecht übel aufgestoßen waren, erkundigte er sich nicht mehr. Die zwei Siebdrucke – weiße Figuren auf pechschwarzem Grund – hießen „Space Invaders 1“ und „Space Invaders 2“, sie zeigten Screenshots des gleichnamigen von Atari vertriebenen Videospiels der japanischen Firma Taito aus den späten Siebzigerjahren, der mürrische Besucher sah sie ausgeführt „in schludriger Warhol-Manier“.
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