Kommentar : Aus der Dunkelkammer
Chinas Präsident inszeniert sich in Davos als Mann des Freihandels. Seine Politik freilich sieht anders aus. Das bekommen auch deutsche Unternehmen zu spüren.
In China ist die Erinnerung an die Jahre in der ökonomischen Dunkelkammer lebendiger als anderswo; immer noch müssen Millionen Chinesen in den Markt integriert werden. Als Freihandelsbotschafter hatte Xi die große Bühne diesmal für sich. Amerikas Präsident in spe ließ der Abschottung das Wort reden und die Kanzlerin hat im Wahljahr wenig Interesse an plakativen Auftritten, die deutschen Freihandelsphobikern Zulauf verschaffen.
So hat Merkel die Chance verpasst, Xi mit dem Bild vom „Glashaus“ zu antworten. Denn während Chinas Investoren hierzulande fast ungehindert Zugang haben, sehen sich deutsche Unternehmen in China vielfach ausgebremst. Glaubhaft wird Xi als Freihandelsfreund nicht durch Worte, sondern durch Taten.






