Historiographie der Sklaverei : Wer hat für die Freiheit gearbeitet?
Phantastische Geschichtsromane spiegeln die Enttäuschung der Afroamerikaner über das Steckenbleiben der Bürgerrechtsbewegung. Unterdessen entdecken Historiker die Handlungsmacht der Sklaven.
Im vergangenen Sommer gab die Presseabteilung des Weißen Hauses die Urlaubslektüre des damaligen Präsidenten Barack Obama bekannt. Auf der Bücherliste fand sich ein Roman, der auf besonders eindringliche Weise die Schrecken der Sklaverei in Nordamerika heraufbeschwört. Colson Whiteheads „The Underground Railroad“, in deutscher Übersetzung bei Hanser angekündigt und inzwischen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, beginnt auf einer besonders sinistren Baumwollplantage in Georgia, die alle dort Schuftenden sofort verlassen möchten: „Jeder Sklave denkt daran, am Morgen, am Nachmittag und in der Nacht. Träumt davon. Jeder Traum ein Traum von der Flucht.“





