E-Book-Kolumne „E-Lektüren“ : Tausend Twitter-Tode

Tilman Rammstedts Fortsetzungsroman „Morgen mehr“ oder die Fortsetzungsanthologie „Tausend Tode schreiben“: Der digitale „Work in Progress“ bietet literarische Grenzerfahrungen.
Unablässig wird man im Internet aufgefordert, sich einzubringen, dieses zu kommentieren, jenes zu liken. Unter dem Motto „Mach mit“ steht zunehmend auch das literarische „Work in Progress“, jüngst zu sehen an Tilman Rammstedts Online-Fortsetzungsroman „Morgen mehr“. Auf der angesagten Crowdfunding-Plattform „Startnext“ hat der Hanser Verlag mit inzwischen über tausend Abonnenten ein „experimentierfreudiges Publikum“ gefunden, das Rammstedts unterhaltsame, zwischen Hochliteratur und Kaffeeklatsch wechselnde Texte diskutiert, kommentiert und inspiriert. Blickt man zurück auf Matthias Polityckis „Marietta“, das erste deutsche Social-reading-and-writing-Projekt im Internet, das vor rund anderthalb Jahrzehnten auf der Homepage des ZDF-Kulturmagazins „Aspekte“ entstand, stellt man fest, dass das „Team Rammstedt“ allerdings mit mehr Pauken und Trompeten Aufmerksamkeit sucht: auf Youtube, Twitter, Facebook und Instagram sowie im Radio; zudem vertreiben stationäre Buchhändler in ihren Webshops das Abonnement, welches das Goethe-Institut 25 Auslandsinstituten zur Verfügung stellt.





